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Legionellen

Der militärische "Fluch" - Die Legionärskrankheit
Es glich fast einem der jetzt so im Blickpunkt stehenden Terroranschläge. Nach einem Treffen ehemaliger amerikanischer Legionäre erkrankten 1976 in Philadelphia ausschließlich Teilnehmer an diesem Traditionstreffen an einer besonders schweren Lungenentzündung. Lange blieb das Geschehen rätselhaft, bis man herausfand, dass über die Klimaanlage des Hotels eine bis dahin unbekannte Bakterienart verbreitet worden war. Die "neuen" Erreger erhielten eingedenk der ersten Opfer unter Legionären den Namen Legionellen. Inzwischen kennt man über 30 verschiedene Untergruppen. Man glaubt heute auch zu wissen, dass Legionellen bereits Jahrzehnte vor diesem Ausbruch (z.B. 1943) für Lungenentzündungen verantwortlich waren, ohne dass man damals diese besonderen Erreger klassifizierte.

Was kennzeichnet eine sog. Legionärskrankheit?
Die Krankheitsbezeichnung ist längst unzutreffend. Es sind keineswegs nur alte Kriegsveteranen und Legionäre, die Opfer dieser Infektion werden. Männer im mittleren Lebensalter werden allerdings bevorzugt befallen. Experten schätzen heute, dass ein bis acht Prozent aller Lungenentzündungen durch Legionellen verursacht werden. In Regionen mit viel Wasser, manchen Krankenhäusern und in klimatisierten Hotels sind die Risiken offenbar höher. Häufigkeitsgipfel gibt es im Spätsommer und im frühen herbst, also zu bevorzugten Reisezeiten.

Die Krankheitszeichen ähneln denen eine schweren Grippe. Hohes Fieber ist ein auffälliges Symptom. Hinzu kommen ein zunächst trockener Husten und heftige Gliederschmerzen. Auch das lässt zunächst an eine Grippe denken. Zum typischen Krankheitsbild zählen weiterhin Durchfälle. Bei manchen Patienten fällt eine deutliche Verwirrtheit auf. Im Röntgenbild sind Zeichen einer schweren Lungenentzündung erkennbar. Eine spezielle Verlaufsform ist das sogenannte Pontiac-Fieber.

Wie kann man sich schützen?
Es ist nachgewiesen, dass Rauchen, Alkoholgenuss und immunschwächende Medikamente (Cortison) die Infektionsbereitschaft des Organismus gegenüber Legionellen erhöhen. Es sollte daher bei Reisen in Gebiete mit gehäuften Legionärskrankheitsfällen möglichst auf das Rauchen und Alkoholmissbrauch verzichtet werden.
In Hotels sollte kein Wasser aus Duschköpfen getrunken werden (Gefahr der Legionellen-Besiedlung in verunreinigten Duschköpfen).
Vorsicht ist in der Nähe von Kläranlagen (Camping!) geboten.

Was kann der Arzt tun?
Eine antibiotische Behandlung der Legionärskrankheit ist möglich und meist erfolgreich. Sie muss jedoch eine gewisse Zeit über das Abklingen der Symptome hinaus fortgesetzt werden, um Rückfälle zu verhindern. Unbehandelt gibt es oft sehr schwere und lebensbedrohliche Krankheitsverläufe.

Tipp:
Bei der Betreuung von Legionärskranken ist kein besonderer Ansteckungsschutz erforderlich. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist bislang unbekannt.

Legionellen werden als Tröpfcheninfektion über die Atemwege übertragen. Es bedarf aber offenbar großer Keimzahlen, damit die Erkrankung ausbricht.