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Hepatitis B

Hepatitis B - heute eine der bedeutendsten Infektionskrankheiten
Hepatitis A oder Hepatitis B: Die Krankheitsbezeichnungen klingen ganz ähnlich, die Symptome der Erkrankung gleichen sich, die Erreger bei beider sind bestimmte Viren - dennoch handelt es sich eigentlich um zwei verschiedene Krankheitsbilder. Die Übertragung der Erreger und die Ansteckungswege sind unterschiedlich. Auch der Verlauf und die Gefährlichkeit zwingen dazu, zwischen der Hepatitis A und der Hepatitis B zu unterscheiden. Was für die Hepatitis A gesagt wurde, gilt bezüglich der Vorbeugung und des Umganges mit der Erkrankung nicht in gleicher Weise für die Hepatitis B.



Was ist das Besondere bei der Hepatitis B?
Die Bezeichnung Hepatitis bedeutet eigentlich "Leberentzündung". Exakter: Es handelt sich bei beiden Hepatitisformen um eine virusbedingte Erkrankung, die zu entzündlichen Veränderungen in der Leber führt, wodurch die Leberzellen geschädigt und die lebenswichtige Leberfunktion beeinträchtigt wird. Während die Hepatitis A in der Regel spontan abheilt und keine bleibenden Schäden hinterlässt, führt die Hepatitis B (wie übrigens auch eine weitere Hepatitisvariante, die Hepatitis C oder Non-A-non-B-Hepatitis) häufiger zu chronischen, fortschreitenden Verläufen, die zu bleibenden Schäden der Leber führen können.
Die Hepatitis B ist weltweit eine der wichtigsten Infektionskrankheiten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rechnet damit, dass sich Jahr für Jahr etwa eine Million Menschen neu damit infizieren! Für Deutschland vermutet man jährliche Neuinfektionen von etwa 50.000. Weltweit schätzt man, dass 300 Millionen Menschen dieses Virus in sich tragen und weiterverbreiten können!
Im Kindes- und Jugendalter ist die Hepatitis B relativ selten. Der Gipfel der Erkrankungshäufigkeit liegt zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. Anders als bei Hepatitis A, die man über verunreinigte und infizierte Nahrungsmittel oder Getränke erwirbt, erfolgt die Ansteckung mit Hepatitis-B-Viren über Körperflüssigkeiten (z.B. Blut, Samenflüssigkeit, Speichel und andere Körperabsonderungen). Die Erreger werden sind sehr ansteckungsfähig, daher besteht ein besonderes Risiko bei Sexualkontakten.
Es kann ein langer Zeitraum zwischen der Ansteckung auf einer Auslandsreise und dem Ausbruch der Krankheit liegen. In manchen Fällen bricht die Krankheit erst ein halbes Jahr danach aus, im Durchschnitt nach zwei bis drei Monaten.

Woran erkennt man die Erkrankung?
Die frühen Symptome der Hepatitis B sind wie auch bei der Hepatitis A eher uncharakteristisch und vieldeutig. Anfangs führt die Infektion A zu allgemeinen Beschwerden wie Übelkeit, Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Fieber, Druckgefühl im Oberbauch, Stimmungsschwankungen, Hautjucken und auch zu einer Gelbsucht führen. Bei 10 bis 15 Prozent der Patienten treten akute Gelenkbeschwerden auf. Fieber kann auftreten, allerdings seltener als bei den Patienten mit einer A-Hepatitis.
Beim Fortschreiten der Erkrankung können zahlreiche weitere Beschwerden auftreten, z.B. Hautveränderungen, genereller Juckreiz, Rötung der Handflächen, Blutungen, Schwellungen der Knöchelregion, Blutdruckabfall, Herzbeschwerden und vieles andere mehr.
Bei jedem dritten bis vierten Hepatitispatienten kommt es zu einer Gelbsucht, die man an der gelblichen Verfärbung des Augapfels und der Haut bzw. Schleimhäute erkennen kann. Sie wird dadurch hervorgerufen, dass die geschädigte Leber nicht mehr in notwendigem Maße den Blutfarbstoff aus angestorbenen roten Blutkörperchen abbauen und als Gallebestandteil ausscheiden kann, wodurch es zu einem Anstieg dieses sogenannten Bilirubins im Blut und im Gewebe kommt. Nach etwa einem Monat ist die Gelbsucht abgeklungen.
Wichtig zu wissen ist jedoch: Eine Hepatitis B kann auch bestehen, wenn keine Gelbsucht auftritt.


Wann ist ärztliche Konsultation ratsam?
Da die Symptome einer Hepatitis (abgesehen von der Gelbsucht bei einigen der Kranken) sehr uncharakteristisch sind, sollte bei längerer Dauer der eingangs genannten allgemeinen Beschwerden (und vor allem beim Auftreten von Blutungen oder Fieber) unbedingt eine Klärung der Ursachen durch einen Arzt erfolgen. Das ist in der Regel mit hoher Sicherheit durch eine Blutuntersuchung möglich (Antikörperbestimmung).
In besonderem Maße gilt diese Empfehlung für Reisende, die aus südlichen und östlichen Reiseländern zurückgekehrt sind. Kurzzeit-Reisende sind zumeist weniger gefährdet als jene, die sich längere Zeit oder sehr häufig in jenen Ländern und außerhalb von Touristenregionen aufhalten. Besonders gefährdet sind auch in dieser Hinsicht die leichtfertigen Sex-Touristen. In manchen südostasiatischen Ländern sind bis zu 20% der Bevölkerung Träger von Hepatitis B-Viren, so dass die Ansteckungsgefahr bei engen Kontakten und insbesondere bei Intimitäten dort besonders hoch ist.
Die ärztliche Beratung ist deshalb so immens wichtig, weil die Hepatitis B - anders als die Hepatitis A - bei etwa 5-10% der Erkrankten in einen chronischen Verlauf übergehen kann. Dabei werden die Leberzellen fortschreitend zerstört. Es kann zu einem Umbau der Leber mit funktionslosem Bindegewebe, einer Leberzirrhose, kommen. Damit erlischt die lebenswichtige Funktion der Leber mehr und mehr. Das ist eine gefürchtete Komplikation, die durch eine konsequente ärztliche Behandlung unbedingt verhindert werden sollte. Noch besser ist natürlich die Vorbeugung vor dem Ausbruch einer Hepatitis B.

Wie kann man sich vor einer Hepatitis B schützen?
Da diese Virusinfektion über Köperflüssigkeiten von Infizierten oder Erkrankten übertragen wird, ist vor allem vor Intimkontakten mit Unbekannten zu warnen. Besonders gefährdet sind auch Drogenabhängige (infizierte Spritzen) und medizinische Helfer.
Bei besonderen Risiken (Langzeitreise oder mehrfache Reisen in Länder mit vielen Hepatitis-Kranken, z.B. Südostasien) sollte die Hepatitis B-Impfung erfolgen. Diese Impfung besteht normalerweise aus zwei Impfungen im Abstand von 4 Wochen und einer Auffrischungsimpfung nach sechs Monaten. Zwei der Impfungen sollten möglichst vor der Abreise erfolgen. Wen kein ausreichender Zeitraum vor der Reise mehr zur Verfügung steht, können die beiden Impfungen auch in kürzerem Abstand (mindestens eine Woche) verabreicht werden.
Es kann übrigens bei Risiko-Reisenden eine Doppel-Impfung mit einen kombinierten Hepatitis A- und Hepatitis B-Impfstoff erfolgen.
Seit Oktober 1995 wird zusätzlich zu der Impfung von Risiko-patienten die generelle Impfung von allen Kindern (drei bzw. vier Impfungen im 1. und 2. Lebensjahr) und bisher noch nicht gegen Hepatitis B geimpften Jugendlichen empfohlen, um einen rechtzeitigen Schutz vor dieser Infektion aufzubauen. In der Regel werden die Kosten von den Krankenkassen übernommen, es gibt aber in den einzelnen Bundesländern unterschiedliche Regelungen.

Wie behandelt man eine Hepatitis B?
Für die akute Phase gilt das Gleiche, was auch für die Hepatitis A empfohlen wird. Eine spezielle Therapie gibt es nicht. Wenn die Krankheit chronisch wird, d.h. nach einem halben Jahr noch immer die geschilderten Beschwerden bestehen und eventuell sogar zunehmen, dann muss unbedingt eine ärztliche Behandlung erfolgen. Chronische Leberentzündungen sind sehr ernst zu nehmen. Über die zweckmäßigste Therapie wird der behandelnde Arzt entscheiden.
Die früher empfohlene "Leberschonkost" bzw. "Leberdiät" ist sinnlos. Man kann als Hepatitis-Patient alles essen, wenn es nicht im Übermaß erfolgt. Kohlenhydratreiche Nahrung wird allerdings am besten vertragen. Zu fettreich sollte die Kost nicht sein. Wenn die Krankheit allerdings fortschreitet und chronisch wird, kann eine besondere Ernährung (wenig Fett und wenig Eiweiß) vom Arzt angeordnet werden. Vitamine sind für die Leber stets eine nützliche Unterstützung. Es kann auch sinnvoll sein, in Apotheken Extrakte aus Mariendistelfrüchten als Schutz der Leber vor den befürchteten Zellzerstörungen und bindegewebigen Umbauvorgängen zu kaufen. Unbedingt verboten ist das Lebergift Alkohol!
Auch vor der unkontrollierten Einnahme von anderen (auch freiverkäuflichen) Arzneimitteln muss gewarnt werden, da die meisten den Leberstoffwechsel belasten. Hierbei sollten Sie unbedingt den Arzt oder Apotheker befragen.
Da Leberkranke oft sehr unter Müdigkeit leiden, ist zu ausreichendem Schlaf und körperlicher Schonung zu raten.

Wichtiger Hinweis!
Es gibt noch weitere Hepatitis-Unterformen wie Hepatitis C (=Non-A-non-B-Hepatitis), die ebenfalls oft chronisch verläuft und früher oft mit Bluttransfusionen oder Blutprodukten übertragen wurde oder die Hepatitis E, die am ehesten der Hepatitis A ähnelt. Sie sind unter dem Reiseaspekt jedoch weniger wichtig.