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Zeckenbisse (FSME)

Kein Zocken mit Zecken - Frühsommer-Meningo-Enzephalitis
Die Krankheit mit dem schier unaussprechlichen Namen ist eine "moderne" Krankheit, die man vor Jahren noch kaum kannte und ihre Symptome oft anderen Ursachen zuordnete.
Die FSME ist eine "grüne" Krankheit, die besonders Naturfreunde, Wanderer und Ausübende naturnaher Berufe gefährdet.




Was kennzeichnet die FSME?
Auch hierbei handelt es sich um eine Erkrankung durch spezielle Viren, die die Hirnhäute (Meningen, daher meningo-) und das Gehirn (Encephalon, daher Enzephalitis) befallen und dort zu schweren Entzündungen und Gewebezerstörungen führen.
Die Besonderheit: Wirte für das krankmachende Virus und Krankheitsüberträger sind Zecken. Mit dem Biss infizierter Zecken gelangen die Viren durch die Haut in den menschlichen Organismus und breiten sich dort aus.
4 bis etwa 20 Tage nach dem Zeckenbiss kommt es bei einer stattgefundenen Infektion zu plötzlichem Fieber und heftigen Kopf- und Gliederschmerz. Die Beschwerden klingen zunächst wieder ab, so dass man den Zeckenbiss leichtfertig als ungefährlich ansieht. Doch dieses Zocken mit dem Glück kann sich rächen. Nach etwa 10 Tagen kommt es zu einem zweiten Krankheitsschub mit Übelkeit, Erbrechen, sehr starken Kopfschmerzen, Schläfrigkeit und Bewusstseinstrübung. Hinzu können Bewegungsstörungen, Zittern (Tremor), Krämpfe, Schluckauf, Sehstörungen, Lähmungen u.a.m. kommen.
Die Krankheit dauert 2-4 Wochen. Es können aber durchaus Spätschäden zurückbleiben.
In Deutschland werden zwischen 60 und 120 FSME-Erkrankungen pro Jahr registriert.

Wie kann man sich schützen?
Ein Rat wäre einfach: Zeckenbisse vermeiden! Doch das lässt sich in der Praxis nicht so leicht umsetzen. Zwar besteht auf Großstadtstraßen kaum das Risiko, von Zecken befallen zu werden. Auch kann man sagen, dass nicht alle Zecken in allen Naturregionen Wirte für die FSME-Viren sind. Aber offenbar breiten sich die Befallsgebiete aus. Heute sind in Deutschland vor allem die Waldregionen von Bayern und Baden-Württemberg die wichtigsten Infektionsgebiete. Die vielbesungene Donau mit ihren Nebenflüssen und waldreichen Niederungen in Bayern, Tschechien, der Slowakei, Österreich, Slowenien und Ungarn gelten ebenfalls als Zeckenparadiese mit hohem Infektionsrisiko. Aber auch in Südschweden und Osteuropa kann man sich diese unwillkommenen Mitreisenden einfangen.

Niemand wird ernsthaft erwägen, Waldspaziergänge in diesen beliebten Urlaubsregionen zu untersagen. Dennoch gilt, dass der beste Schutz vor dieser Erkrankung ist, Zeckenbisse zu vermeiden. Das kann man erreichen, indem:
  • Waldspaziergänge nicht in kurzen Hosen und mit unbedeckten Armen erfolgen (durch Kleidung beisst sich keine Zecke durch); Kopfbedeckung tragen.
  • möglichst nicht von den Wanderwegen abgewichen wird (Gefahr lauert vor allem in Gebüschen)
  • nach einem Aufenthalt im Freien, insbesondere in Wäldern, die Haut gründlich nach Zecken absuchen (meist zunächst als kleine schwarz-braune Punkte erkennbar, später als "vollgesogene" kleine pralle Bläschen)

Wird eine Zecke entdeckt, sollte sie sofort und schonend entfernt werden. Manche der Tipps, die hierfür gegeben werden, sollten Sie sofort vergessen. Zecken mit Alkohol oder Öl zu betupfen, ist gefährlich. Dabei können die Quälgeister noch mehr virushaltigen Speicher absondern. Auch alle empfohlenen Drehtechniken führen oft zum Abreißen des Zeckenkopfes, der dann in der Haut unschöne Rest hinterlässt. Am besten sind die speziell entwickelten, in Apotheken erhältlichen Zeckenzangen. Für Naturliebhaber lohnt sich diese Anschaffung zweifellos.

Wann sollte der Arzt konsultiert werden?
Nicht jeder Zeckenbefall ist ein Anlass für einen Arztbesuch. Tritt jedoch nach einem Zeckenbiss Fieber und starker Juckreiz an der Bissstelle auf, ist die ärztliche Beratung dringend zu empfehlen.
Wird ein Wanderurlaub in die genannten Gebiete mit hoher Zeckendichte geplant und soll die Reisezeit der späte Frühling sein, dann ist eine Schutzimpfung der beste Weg der Vorbeugung. Die FSME-Impfung wird neben dem Schutz für Forstarbeiter und ähnliche Berufe auch als Reiseimpfung angeboten. Zunächst sind zwei Impfungen im Abstand von vier Wochen erforderlich, die nach 9 bis 12 Monaten aufgefrischt werden sollten. Die Schutzwirkung hält dann mindestens 5 Jahre an. Bei kurzentschlossenen Reisenden kann die Schnell-Impfung im Abstand von sieben Tagen erfolgen, sie sollte aber 3 Wochen vor Reisebeginn abgeschlossen sein, denn nur dann kann ein ausreichender Schutz in 90% der Fälle erreicht werden. Um es mit Nachdruck zu sagen: Die FSME zählt (noch) nicht zu den sehr häufigen Erkrankungen bei Reisenden. Für Deutschland rechnet man mit 150 bis 200 Erkrankungen pro Jahr. In manchen Ländern (wie Slowenien) beträgt die Häufigkeit - bezogen auf eine gleiche Bevölkerungszahl - jedoch fast das Hundertfache (23,6 statt 0,27 je 100 000) ! Das heißt: Auch bei uns kann die FSME zunehmen. Der richtige Schutz ist daher wichtig. Und schützen kann nur die Impfung, denn es gibt keine ursächliche Behandlungsmöglichkeit beim Ausbruch der Krankheit.

Hinweis: In Deutschland gibt es noch keinen Impfstoff für den Einsatz bei Kindern unter 13 Jahre, der aber in allernächster Zeit (2002?) verfügbar sein soll.

Tipp:
Das Robert-Koch-Institut veröffentlicht die Karte mit den aktuellen Hochrisikogebieten für FSME im Internet.