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Bergsteigen

Ein Hoch auf die Höhe - Höhenkrankheit
Bergsteiger singen das Loblied der Höhe:
Klare, allergenfreie Luft, Ruhe, keine Hektik.
Das ist unbestritten ein besonderer Urlaubs- und Freizeitgewinn. Aber die Höhe hat auch ihre Tücken, die oft unterschätzt werden.
Das gilt vor allem für jene, die mit Liften und anderen Hilfsmitteln sehr schnell in große Höhen gelangen, ohne sich allmählich
-wie beispielsweise die Bergsteiger- daran anpassen zu können.



Ab wann bestehen Risiken?
Die Reizschwelle für die Höhenanpassung liegt beim Gesunden im Bereich von etwa 2.500 - 2.700 Metern über dem Meeresspiegel. Unterhalb dieser Marke ist die Gefahr einer Höhenkrankheit relativ gering. Über 2.500 Meter hat der untrainierte Organismus durchaus einige Probleme zu bewältigen: Niedrigere Sauerstoffkonzentration (in 5.500 Metern Höhe beträgt er nur noch die Hälfte des normalen Sauerstoffpartialdrucks in der Atemluft!), Kälte, intensivere Sonnenstrahlung, meist starke körperliche Anstrengung u.ä. Die wichtigste Ursache für die Höhenkrankheit ist der geringe Sauerstoffgehalt der Luft.
Entscheidend ist übrigens nicht der Spitzenwert, den ein Höhenjäger am Tage kurzzeitig erreichte. Für den Organismus und seine Anpassung ist interessanterweise die "Schlafhöhe" das Wichtigere, also die Höhe der Übernachtungsstelle. Es gibt auch starke individuelle Schwankungen in der Höhenfestigkeit. Wenn einigen Teilnehmern einer Wander- oder Bergsteigergruppe die konkrete Höhe absolut nichts ausmacht, heißt das nicht, dass andere nicht darunter zu leiden haben.

Wie äußert sich die Höhenkrankheit?
Bei einem zu raschen Aufstieg im Höhen über etwa 2.500 Meter kann es zu Kopfschmerzen, Atemnot (rasche Atemzüge), Herzjagen, Schwächegefühl, Müdigkeit am Tage und Schlafstörungen bei Nacht, Konzentrationsstörungen, Appetitlosigkeit, Leistungsabfall u.ä. kommen. Etwas 29% aller Menschen entwickeln, wenn sie innerhalb einer Tages diese Höhe erreichen, Symptome der Höhenkrankheit. Die Beschwerden klingen nach einigen Tagen ab. Diese Form der Höhenkrankheit (akute) ist die Häufigste.

Die schwerste Form der Höhenkrankheit, die akute Bergkrankheit, führt zu Flüssigkeitseinlagerung in die Lungen (Lungenödem) und dadurch zu Atemnot, gurgelndem Atemgeräusch und sehr schnellem Leistungsabfall. Es kann auch ein Anschwellen des Gehirns durch Flüssigkeitseinlagerung (Hirnödem) auftreten, das unterschiedliche Folgen im Nervensystem bewirkt. Lungenödem und Hirnödem sind die gefürchtetsten Komplikationen in großer Höhe. Es besteht Lebensgefahr!

Bereits in relativ niedrigern Höhen (ab etwa 2.700 Metern, häufig ab 5.000 Metern) beobachtet man auch gehäufte Blutungen in die Netzhaut des Auges, die jedoch meist nicht erkannt werden und folgenlos abheilen.
Oft kommen in großer Höhe auch Kälteschäden hinzu.

Wie kann man der Höhenkrankheit vorbeugen?
  1. Möglichst vor einer Reise in Gebirgsregionen die körperliche Leistungsfähigkeit trainieren
  2. Check up auf Leistungsfähigkeit von Herz und Lungen vor einer Bergtour durchführen lassen; keine Höhentouren bei entsprechenden gesundheitlichen Problemen
  3. kein zu rascher Aufstieg über 2.500 Meter ü. M. (Verteilen auf 2 Tage, größere Höhen mit jeweils max. 600 Metern pro Tag)
  4. Tägliche Touren begrenzen
  5. Übernachtung möglichst in tiefer gelegenen Quartieren
  6. Keine Alleingänge (längere Touren am besten mit Bergführern)
  7. Ausreichend Flüssigkeit und Salz zuführen
  8. Auf berggerechte Ausrüstung achten
  9. Keine alkoholischen Getränke (Alkohol verschlimmert die Höhenkrankheit)
  10. Kohlenhydratreiche Nahrung in mehreren, kleineren Mahlzeiten

Eine allmähliche Gewöhnung (Akklimatisation) an große Höhen beugt der Höhenkrankheit vor.

Was kann man selbst tun?
Treten Beschwerden auf, dann muss man entweder sofort eine Aufstiegpause einlegen (erst nach Stunden weiterer langsamerer Aufstieg), oder beim Auftreten der ersten Symptome den Abstieg in tiefere Regionen beginnen.
Starke zusätzliche körperliche Belastung sollte vermieden werden.

Wann ist ärztlicher Behandlung notwendig?
Die einfache Höhenkrankheit benötigt in der Regel keine spezielle Behandlung. Eine akute Bergkrankheit mit Lungen- oder Hirnödem ist stets Grund für eine ärztliche Nothilfe (Bergwacht!). Eventuell sind stationäre Behandlung (Sauerstoffgabe; Stabilisierung der Körperfunktionen) und medikamentöse Therapie unverzichtbar.
Bei Kälteschäden / Unterkühlung.

Tipp:
Kinder unter 6 Jahren sind besonders empfindlich gegenüber großen Höhen!