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Wunden (offene)

Kleine Wunden selbst behandeln
Nirgendwo auf der Welt ist man vor Verletzungen sicher. Daher sollte man auf Reisen eine Auswahl von Präparaten zur Wundversorgung griffbereit haben. Ob Schnitt-, Stich- oder Schürfverletzung, das Prinzip der Behandlung ist gleich. Zunächst sollte die Wunde gereinigt und desinfiziert werden. Ein passender Verband schützt die Wunde und fördert die Heilung.




Entfernung eines Splitters:
Einen in die Haut eingedrungenen Stachel oder Splitter versucht man vorsichtig mit einer Pinzette heraus zu ziehen. Ist er ganz eingedrungen, so kann mit einer sterilen Nadel die Haut über dem oberen Ende des Splitters eröffnet werden. Zum Sterilisieren der Nadel wird die Spitze über einer Flamme erhitzt und anhaftender Ruß mit einer sterilen Kompresse abgewischt. Gelingt die Entfernung des Fremdkörpers nicht, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Wundreinigung:
Eine blutende Wunde sollte man zunächst bluten lassen, da hierdurch Keime und Schmutz ausgespült werden. Wenn die Blutung nach einigen Minuten nicht von selbst aufhört, kann sie durch Auflegen einer sterilen Kompresse und die Anwendung von Druck auf das Wundgebiet meist zum Stillstand gebracht werden. Blutende Wunden lassen sich am besten mit 3 %iger Wasserstoffperoxidlösung reinigen, bei Schürfwunden oder kaum blutende Stichwunden verwendet man sauberes, warmes Wasser oder besser sterile isotonische Kochsalzlösung. Dazu wird eine sterile Kompresse mit der Flüssigkeit getränkt und die Wunde vorsichtig abgetupft. Achten Sie aber darauf, nicht vom umliegenden Hautbereich in die Wunde zu wischen, da sonst Hautkeime in die Wunde eingebracht werden können. Anschließend gesäuberten Bereich trocknen lassen. Sterile isotonische Kochsalzlösung ist in kleinen Plastikampullen erhältlich und können daher gut auf Reisen mitgenommen werden.

Wunddesinfektion:
Zum Desinfizieren eignen sich Lösungen mit den Wirkstoffen PVP-Jod, Octenidin oder Chlorhexidindigluconat, die großzügig auf und um die Wunde herum aufgetragen werden. Um einen brennenden Schmerz beim Auftragen zu vermeiden, sollten Sie Lösungen ohne Alkoholzusatz verwenden. Alle Desinfektionsmittel können bei langdauernder Anwendung die Wundheilung beeinträchtigen und sollten daher nur kurzfristig angewandt werden. Im weiteren Verlauf kann eine Wund- und Heilsalbe mit Dexpanthenol die Wundheilung unterstützen.

Wundabdeckung:
Ein Verband schützt die verletzte Stelle vor Schmutz, Reibung mit Kleidung und wirkt polsternd gegen Stoßeinwirkung. Je nach Größe der Wunde eignen sich Wundschnellverbände oder sterile Kompressen, die mit einer Mullbinde fixiert werden. Der Verband sollte angelegt werden, nachdem das Desinfektionsmittel getrocknet ist. Dabei ist darauf zu achten, dass die Wundränder möglichst nahe beisammen liegen. Bei einer sauberen Wunde muss ein Verband nicht gewechselt werden und kann nach ein bis zwei Tagen abgenommen werden. Nässt eine Wunde, so ist sie noch nicht sauber. Hier sollte der Verband ein bis zweimal täglich gewechselt werden und Wundauflagen verwendet werden, die nicht mit der Wunde verkleben.

Wann ist ärztliche Hilfe nötig?
  • Jede größere, stark blutende oder stark verschmutzte Wunde sollte vom Arzt versorgt werden. Schnittwunden müssen häufig genäht werden, was nur innerhalb der ersten 4 bis 8 Stunden möglich ist. Oft ist auch eine Auffrischimpfung gegen Tetanus notwendig.
  • Bei Anzeichen einer Infektion. Eine Infektion äußert sich in Rötung, Schwellung, Schmerz oder Fieber.
  • Diabetiker, Personen mit peripheren Durchblutungsstörungen oder mit krankheits- oder medikamentösbedingter Abwehrschwäche sollten auch bei kleinen Verletzungen einen Arzt aufsuchen, da die Wunden häufig schlecht heilen und es zu Komplikationen kommen kann.
  • Bei Verletzungen am Kopf, im Gesicht oder an den Augen.
  • Bei Bisswunden.

Wichtige Hinweise:
Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Apotheker bei der Auswahl und Anwendung der Medikamente und Verbandstoffe beraten und beachten Sie die Gebrauchsinformation!