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Ohrenschmerzen

Ohrenschmerzen sind keine Seltenheit
Ohrenschmerzen können bei Ohrerkrankungen, aber auch im Rahmen anderer Krankheiten, wie z.B. Entzündungen im Rachenraum oder am Kehlkopf, bei Zahnerkrankungen oder Entzündungen der Ohrspeicheldrüse (Parotitis, z.B. Mumps) auftreten.
Anatomisch ist das Ohr in drei Teile gegliedert: das äußere Ohr bezeichnet die Ohrmuschel und den Gehörgang bis zum Trommelfell, das Mittelohr Trommelfell mit Paukenhöhle und Gehöhrknöchelchen und das Innenohr mit dem Gleichgewichts- und Hörorgan. Da eine richtige Diagnose entscheidend für den Behandlungserfolg ist, ist bei Ohrenschmerzen ein Arztbesuch meist unumgänglich.



Erkrankungen des äußeren Ohrs: Otits externa
Der Gehörgang ist mit einer feinen Zellschicht ausgekleidet, im äußeren Drittel befinden sich auch Haare und Drüsen, die Ohrschmalz produzieren. Das Ohrschmalz dient zur Reinigung und zum Schutz des Gehörgangs und sollte daher nicht entfernt werden, es sei denn die Menge ist so groß, dass ein Pfropf gebildet wird, der zum Verschluss des Gehörgangs führt.
In den Gehörgang, z.B. beim Duschen oder Haare waschen eingedrungenes Wasser wird meist von selbst durch Kopfbewegungen entfernt. Die Restfeuchtigkeit verdampft normalerweise, da der Gehörgang mit 37°C der Kerntemperatur des Körpers entspricht. Wird der Gehörgang längerer Zeit Feuchtigkeit ausgesetzt, wie z.B. beim Tauchen, können die Hautschichten quellen und ein Abfließen des Wassers behindern und somit eine Infektion mit Mikroorganismen begünstigen. Tauchen in chlorhaltigem Wasser fördert ebenfalls eine Infektion, da Chlor die Zellen im Gehörgang schädigen kann. Eine Otitis externa äußert sich in Juckreiz und Schmerz, der sich meist durch Druck auf die Ohrmuschel oder Ziehen am Ohrläppchen verschlimmert. Zusätzlich kann auch übelriechendes Sekret aus dem Ohr treten.

Vorbeugende Maßnahmen:
  • Nach dem Schwimmen oder Tauchen sollte dafür gesorgt werden, dass in das Ohr eingetretene Flüssigkeit wieder entfernt wird. Dies kann man durch Kopfschütteln oder Hüpfen auf der Stelle mit zur Seite geneigtem Kopf erreichen. Restfeuchtigkeit kann man mit einem an der Ecke zusammengedrehten Papiertaschentuch, das man vorsichtig für kurze Zeit in den Gehörgang hält, aufsaugen.
  • Niemals versuchen, Ohrschmalz mit Wattestäbchen, anderen Gegenständen oder Finger zu entfernen! Die Gefahr von Verletzungen ist groß, zudem kann der Ohrschmalz durch die Manipulation noch tiefer in das Ohr geschoben werden.
  • Empfindliche Personen können beim Schwimmen oder Tauchen formbare Ohrstöpsel verwenden.
  • Bei Beschwerden Kontakt des Ohres mit Wasser vermeiden!

Behandlung:
Bei Entzündungen des Gehörgangs kommen schmerzstillende und abschwellend wirkende, ev. antibiotikahaltige Ohrentropfen zur Anwendung. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten!

Wichtige Hinweise:
  • Ohrentropfen sollten nur angewandt werden, wenn sichergestellt ist, das das Trommelfell unversehrt ist!
  • Bei starken Schmerzen, Fieber oder klebrigen, grünlich verfärbten oder blutigen Ohrsekret muss ein Arzt aufgesucht werden!
  • Bei kleinen Kindern können die Beschwerden auch von Fremdkörpern verursacht werden, die in das Ohr gesteckt wurden. Hier ist ebenfalls ärztliche Hilfe erforderlich!

Mittelohrentzündung: Otitis media
Eine Entzündung des Mittelohrs entsteht meist im Rahmen eines Infektes des Nasenrachenraums, wenn der Verbindungsgang zwischen Mittelohr und Rachen, die Eustachische Röhre, die einen Druckausgleich im Mittelohr ermöglicht, verlegt ist. Ein Verschluss der Eustachischen Röhre wird zudem durch den Einfluss von Druckunterschieden, z.B. beim Fliegen, Fahrten, bei denen große Höhenunterschiede überwunden werden oder Tauchen, begünstigt. Es entsteht im Mittelohr ein Unterdruck und es kann zu einem Erguss und einer Infektion kommen. Diese Infektion ist meist von Fieber und starken Schmerzen begleitet. Wird der Erguss zu groß, kann der Druck auf das Trommelfell so stark werden, dass dieses reißt.

Vorbeugende Maßnahmen:
  • Immer auf Druckausgleich in den Ohren achten! Der Druckausgleich wird begünstigt durch Saug- oder Schluckvorgänge oder Gähnen. Daher sollte man während Start oder Landung des Flugzeugs nicht schlafen, sondern durch Gähnen oder Bonbons lutschen den Druckausgleich herbeiführen. Säuglingen und Kleinkindern kann ein Schnuller oder Flasche gegeben werden, Bonbons eignen sich nicht, da hierbei die Gefahr des Verschluckens besteht.
  • Reichen diese Maßnahmen nicht aus, so kann versucht werden, vorsichtig! durch die Nase auszuatmen, wobei man beide Nasenlöcher zuhält. Dieser Versuch kann mehrmals wiederholt werden, bis ein "Aufgehen der Ohren" den Druckausgleich anzeigt.
  • Ist man erkältet, so kann die Anwendung abschwellender Nasentropfen (s. Schnupfen) den Druckausgleich erleichtern.
  • Bei Erkältungskrankheiten auf Tauchen verzichten. Niemals tiefer tauchen, wenn der Druckausgleich nicht möglich ist.

Behandlung:
Eine Mittelohrentzündung sollte immer von einem Arzt diagnostiziert und behandelt werden, da hierbei meist Antibiotika verordnet werden. Es dürfen keine Ohrentropfen verwendet werden, der Kontakt des Ohres mit Wasser ist zu vermeiden. Zur Behandlung von Fieber und Schmerzen siehe Fieber und Schmerzen.

Entzündung des Innenohrs: Otits inerna
Entzündungen des Innenohrs sind meist Komplikationen anderer Erkrankungen, z.B. einer Otitis media, und gekennzeichnet durch Ohrenschmerzen, Verminderung des Hörvermögens und Gleichgewichtsstörungen, wie z.B. Schwindel und/oder Übelkeit. Diese Erkrankungen bedürfen umgehend einer ärztlichen Behandlung!