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Durchfall

Reisedurchfall - Montezumas Rache vorbeugen
Nicht selten werden schöne Urlaubstage durch das Auftreten von Durchfall beeinträchtigt.
Je exotischer das Reiseziel und damit die dem Körper abverlangte Anpassungsreaktion, desto größer ist die Gefahr, dass der Urlauber an Durchfall erkranken wird. Ungewohnte, vor allem fettreiche Nahrung und scharfe Gewürze können schon von sich aus eine Rebellion von Magen und Darm verursachen. Ungünstige hygienische Verhältnisse und heißes Klima sorgen dafür, dass Nahrung schneller verdirbt und schlechter vertragen wird. Von Durchfall spricht man, wenn pro Tag mehr als drei wässrige oder breiige Stühle abgesetzt werden. Nicht selten kommen noch Übelkeit, Erbrechen, krampfartige Bauchschmerzen, durch den Flüssigkeits- und Mineralverlust Kreislaufschwäche und sogar Fieber hinzu.



Wann ist ärztliche Hilfe nötig?
Durchfall und Erbrechen helfen normalerweise dabei, Keime oder Giftstoffe, die mit der Nahrung oder Wasser aufgenommen wurden, schnell wieder loszuwerden. Daher genügen meist unspezifische Maßnahmen, denn diese Krankheit ist normalerweise selbst limitierend, d.h. nach drei bis vier Tagen sollten keine Beschwerden mehr vorhanden sein. Durchfall kann aber auch Zeichen einer ernsten Erkrankung sein, die sofortiger ärztlicher Hilfe bedarf (s. Typhus, Cholera, Amöbiasis, Brucellose). Ernst zu nehmen sind auch größere Wasser- und Mineralstoffverluste, die, insbesondere bei gleichzeitigem Erbrechen, möglicherweise nur durch Infusionen ausgeglichen werden können.

Ein Arzt sollte immer aufgesucht werden, wenn:
  • die Durchfälle sehr stark, blutig oder schleimig sind oder am 3. Tag keine deutliche! Besserung eintritt,
  • Säuglinge oder Kleinkinder betroffen sind, da diese durch Flüssigkeitsverluste besonders gefährdet sind (s. Reisen mit Kindern) oder
  • Durchfälle bei Personen mit krankheits- oder medikamentös bedingten herabgesetzten Abwehrkräften und alten Personen (s. Risikogruppen)

Vorbeugende Maßnahmen
Durch richtiges Verhalten kann schon viel getan werden, Durchfallerkrankungen zu vermeiden. Außer der Beachtung von hygienischen Regeln (s. Hygiene) sollte man die Anpassungsreaktion des Körpers auf die veränderten Lebensbedingungen unterstützen. Die Einnahme von bestimmten Hefepräparaten (Saccharomyces boulardii) bereits vor Reiseantritt kann für empfindliche Personen hilfreich sein.
  • Während der ersten Tage Anstrengungen vermeiden!
  • Den Magen nicht mit ungewohnten Speisen überfordern!
  • Vor allem in warmen Ländern Hygieneregeln (s. Hygiene) beachten! Nur gekochte oder (selbst) geschälte Speisen essen!
  • Kein Leitungswasser, auch zum Zähneputzen Mineralwasser aus Flaschen verwenden. Keine Eiswürfel in Getränken!
  • Verzicht auf rohe oder weichgekochte Eierspeisen, Rohmilchprodukte (z.B. Rohmilchkäse) und Speiseeis!
  • Ev. empfehlen sich Impfungen gegen Cholera oder Typhus.

Die Behandlung von Durchfallerkrankungen
  1. Oberstes Gebot ist der Ersatz von verlorener Flüssigkeit und Mineralsalzen.
    In Apotheken sind verschiedene Präparate erhältlich, die im Hinblick auf die Korrektur des Wasser- und Mineralhaushalts eine optimale Zusammensetzung aufweisen. Sind diese Präparate nicht zur Hand, so kann man sich auch mit verdünntem (1:1) frischen Orangensaft, dem ein gestrichener Teelöffel Kochsalz auf einen Liter zugesetzt wurde, bzw. ein Liter abgekochtes Wasser oder Schwarztee mit Zusatz von einem Esslöffel Zucker und einem gestrichenem Teelöffel Kochsalz, behelfen. Oder man verdünnt Cola 1:1 mit stillem Mineralwasser und isst Salzgebäck dazu. Zu beachten ist dabei, dass die angesetzte Flüssigkeit ohne Kühlung nicht länger als eine Stunde aufbewahrt wird und, zur Vermeidung von Erbrechen, schluckweise getrunken wird.
  2. Beruhigung der gereizten Darmschleimhaut durch Schonkost.
    Bei akutem Durchfall sollte zunächst nichts gegessen werden. Wird die Flüssigkeitsgabe gut vertragen, so kann man die Nahrung schrittweise aufbauen. Zunächst verzichtet man auf alle Milchprodukte und fette Speisen. Geeignet sind Toastbrot mit wenig Marmelade, Hühnersuppe mit Nudeln oder Karottensuppe. Später kann man den Speisezettel mit magerem Hühnchenfleisch und Reis bereichern. Der Nahrungsaufbau muss langsam erfolgen, da schwer verdauliche Bestandteile aufgrund der Reizung erneut zu Durchfall führen können. Für Kinder ist spezielle Fertigschonkost ("Heilnahrung") erhältlich.
  3. Anwendung von Schadstoffe adsorbierenden oder stopfenden Arzneimitteln.
    Hierzu gibt es eine Reihe von Produkten, die medizinische Kohle, Kaolin, Pektin oder Gerbstoffe enthalten. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten!
  4. Medikamente, die die Darmflora wiederaufbauen helfen
    Gebräuchlich sind in Apotheken erhältliche Hefepräparate (Saccharomyces boulardii), die auch prophylaktisch eingesetzt werden können.
  5. Arzneimittel, die die Darmtätigkeit (Peristaltik) hemmen
    Ist rasche Hilfe nötig (z.B. Rückflug) so kann die Einnahme von sog. Motilitätshemmern, z.B. Loperamid angezeigt sein. Bestimmte Gegenanzeigen und Anwendungshinweise sind zu beachten! Als pflanzliche Alternative finden Präparate aus der Uzara-Wurzel Anwendung, die auch bei Kindern eingesetzt werden können. Diese Motilitätshemmer dürfen nicht bei blutigen Durchfällen oder bei Durchfällen mit Fieber angewendet werden!>

Wichtige Hinweise:
Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Apotheker bei der Auswahl und Anwendung der Medikamente beraten und beachten Sie die Gebrauchsinformation! Ein Arztbesuch auch im Urlaubsland ist unbedingt notwendig bei sehr starken (entweder sehr häufig oder große Mengen), blutig oder schleimigen Durchfällen, bei Fieber, starken Schmerzen oder schwerem Krankheitsgefühl!

Tritt nicht am 3. Krankheitstag eine erhebliche Besserung ein, ist ebenfalls ein Arztbesuch erforderlich.