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Saponine sind meist
bitter schmeckende Verbindungen, die oberflächenaktive Eigenschaften
besitzen und in wässriger Lösung Schaum bilden. Daher
sind sie für Fische toxisch. Ihre Bezeichnung leitet sich vom
lateinischem Wort sapo für Seife ab. Die meisten Saponine besitzen
eine hämolytische Aktivität, die zur Gehaltsbestimmung
ausgenutzt werden kann.
Saponine werden fast ausschließlich von Pflanzen gebildet,
wobei Steroidsaponine bevorzugt in Pflanzen der Klasse der Einkeimblättler
(Liliopsida) und Triterpensaponine in der Klasse der Zweikeimblättler
(Rosopsida) vorkommen. Einige niedere Meerestiere (Stachelhäuter
= Echinodermata) bilden ebenfalls Saponine, Seesterne (Asteroidae)
Steroidsaponine, Seewalzen (Holothurioidae) Triterpensaponine.
In Nahrungsmitteln sind Saponine vor allem in Hülsenfrüchten,
wie z.B. Sojabohnen, aber auch in Hafer,
Spargel und Spinat enthalten,
ihre Bedeutung für eine gesunde Ernährung ist jedoch wegen
ihrer strukturellen Vielfalt nur wenig untersucht.
Viele Saponine wirken vor allem auf Pilze wachstumshemmend. Möglicherweise
liegt ihre Bedeutung für die Pflanze darin, sie vor Pilzbefall
zu schützen.
Einteilung:
Die Grundstruktur der Saponine bilden ein lipophiles
Ringsystem, dem Sapogenin, das mit ein, zwei oder manchmal auch
drei glykosidisch gebundene, hydrophilen Zuckerketten glykosidisch
verbunden ist. Je nach Anzahl der Ketten spricht man von einem Mono-,
Bis- oder Trisdesmoid (desmos = Kette). Nach Art des Grundgerüsts
werden die Saponine zudem in Steroidalkaloidsaponine, Steroidsaponine
und Triterpensaponine eingeteilt, wobei die Steroidalkaloidsaponine
als stickstoffhaltige Verbindungen den Alkaloiden zugerechnet werden.
Steroidsaponine:
Das Grundgerüst eines Steroidsaponins bildet das Cholesterol
mit 27 C-Atomen (16,26-Dihydroxy-22-oxo-cholestan). Die Ausbildung
eines Cyclohalbacetals führt zum bisdesmoidisch vorliegenden
Furostantyp, der unter Abspaltung der Zuckerkette an C26 unter Ringbildung
in den Spirostantyp übergehen kann.
Triterpensaponine:
Das Grundgerüst der Triterpensaponine bildet ein Ringsystem
aus 4 (z.B. Dammarantyp) oder 5 (z.B. Oleanantyp) mit 30 C-Atomen,
funktionell ein Triterpenalkohol oder -säure und sind mono-
oder bisdesmoidisch mit Zuckerketten verknüpft. Mittlerweile
sind bereits über 2000 verschiedene Strukturen bekannt.
Wirkungen:
Abgesehen von bestimmten pharmakologischen Eigenschaften
einzelner Verbindungen besitzen Saponine lokale Wirkungen auf den
Darmtrakt, da sie nur etwa zu 3% resorbiert werden. Im Tierversuch
konnte eine Hemmung auf die Entstehung von Dickdarmkrebs beobachtet
werden. Saponine bilden Komplexe mit Cholesterin und Gallensäuren
und können so zu einer Senkung des Cholesterinspiegels im Blut
beitragen. Ferner konnten antibiotische und immunstimmulierende
Effekte nachgewiesen werden. Inwieweit die Verwendung von Saponinen
als Adjuvans zur Verbesserung der Immunantwort auf Impfungen in
Frage kommen, ist Gegenstand derzeitiger Untersuchungen. Höhere
Konzentrationen an Saponinen wirken reizend auf die Schleimhäute.
Eine Besonderheit wegen der mineralcorticoiden Wirkung stellt das
süßschmeckende Glycyrrhizin aus dem Süßholz
dar. Bei regelmäßigen, hohen Verzehr von Lakritze
kann es dabei zu Bluthochdruck kommen. Als unbedenklich werden 100
bis 300 mg Glycyrrhizin pro Tag angesehen, wobei zu beachten ist,
dass bestimmte Sorten einen Gehalt von bis zu 2g pro 100g Lakritze
aufweisen können.
In der Medizin werden bestimmte saponinhaltige Heilpflanzen
vor allem als schleimlösende Mittel bei Husten, als Venenmittel,
als harntreibendes Mittel und als Geriatrika genutzt. Es existieren
aber noch eine Vielzahl von weiteren Wirkprinzipien.
Vorkommen:
Bei Pflanzen kommen Steroidsaponine bevorzugt in den
Familien der Agavaceae, Asparagaceae, Dioscoreaceae und Smilaceae
vor, Triterpensaponine dagegen in den Familien der Araliaceae, Asteraceae,
Caryophyllaceae, Fabaceae, Hippocastanaceae und Sabotaceae.
Literatur:
Bernhard Watzl:
Saponine Ernährungs-Umschau 48(2001) Heft 6
Georg Schiller, Karl Hiller:
Arzneidrogen, 4. Aufl. 1999, Spektrum Akademischer Verlag
Hager ROM 2002,
Springer Verlag
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