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| "Ver-rückt"
- Macht Wahn Sinn oder irrsinnig menschlich? |
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"Kann
mir doch nicht passieren. Ich soll psychisch krank sein? Ich bin
doch nicht verrückt!" So denken viele. Doch jeder vierte
Mensch in Deutschland leidet irgendwann einmal in seinem Leben an
einer psychischen Störung. Oft kündigen sich diese seelischen
Schieflagen zeitig an. Dennoch werden sie häufig nicht richtig
erkannt: von Angehörigen, Kollegen, Hausärzten und nicht
einmal von den Betroffenen selbst. Dabei kann schnelles Eingreifen
oft viel Leid ersparen.
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Schizophrenie
- So häufig wie die Zuckerkrankheit
Die Fakten sprechen für sich. Psychische Erkrankungen gehören
zu den Volkskrankheiten wie Krebs,
Diabetes,
Herz-Kreislauf- und Atemwegsprobleme. Einer von 100 Menschen erkrankt
im Laufe des Lebens an Schizophrenie.
In Deutschland sind das 800.000 Menschen, weltweit schätzt
die WHO die Zahl der Betroffenen auf circa 60 Millionen. Männer
und Frauen sind etwa gleich betroffen, unabhängig von sozialer
Schicht und Hautfarbe - meist in der Zeit zwischen Pubertät
und dem 30. Lebensjahr. Wen es trifft, der fühlt sich wie ferngesteuert:
Häufig hören Schizophrene Stimmen, die ihr Verhalten kommentieren
oder dem Kranken Befehle erteilen. In einer Psychose ist die Phantasietätigkeit
so stark, daß sie nicht mehr zwischen Realität und Gedankenwelt
unterscheiden können.
Stigmatisierung durch die Umwelt
Ebenso belastend wie die Krankheit und ihre Symptomatik ist Betroffenen
zufolge aber auch die Stigmatisierung durch die Umwelt. Bundesweite
Studien ergaben, daß ein Großteil der Bevölkerung
es ablehnt, etwa mit einem Schizophrenen die Wohnung zu teilen oder
ihn für eine Stelle zu empfehlen. Schizophrene seien nicht
nur weniger intelligent als der Durchschnitt der Bevölkerung,
sondern auch aggressiv, gewalttätig und gefährlich.
Das ist falsch, so wie die landläufige Vorstellung von der
"gespaltenen" Persönlichkeit.
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