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Wunsch mit Kaiserschnitt - Paradoxon der Geburtsmedizin? |
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Mütter
können ein Lied davon singen. Geburtswehen und Entbinden, das
ist naturgemäß für die meisten Frauen eine regelrechte
Plagerei. Weshalb als Alternative zum Wehenschmerz, zu Saugglocke
und Dammschnitt heutzutage immer wieder der "geplante Kaiserschnitt",
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sogenannte
"Sectio nach Wunsch" diskutiert wird. Die Frage ist: Chirurg
oder Hebamme, operativer Eingriff oder natürliche Geburt, und
da gibt es Argumente pro und contra.
Jede dritte Londoner Gynäkologin gab in einer Befragung an,
für sich selbst den Kaiserschnitt der Vaginalgeburt vorzuziehen
- auch bei einer ansonsten unkomplizierten Schwangerschaft. In Italien,
wo laut Gesetz die Entscheidung der Frauen respektiert werden muß,
wählen vier Prozent aller Schwangeren die Schnittgeburt. Auch
in Deutschland wird auf Wunsch bereits fast jedes vierte Kind per
Kaiserschnitt - auch "Sectio caesarae" genannt - zur Welt
gebracht. Und Frauen in Schwangerschaftssprechstunden fragen laut
Gynäkologen immer häufiger danach.
Nicht
nur Angst vor Schmerz
Nicht allein die Angst vor übermäßigen Strapazen
und Schmerzen
erklärt die neue Beliebtheit des Kaiserschnitts, die sich nach
Terminkalender planen läßt und etwa ein "falsches
Sternzeichen" verhindern soll. Auch medizinische Gründe
können dafür sprechen, argumentieren viele Frauenärzte.
Der Kaiserschnitt vermindere mögliche Risiken für das
Kind, beispielsweise Hirnschäden durch Sauerstoffmangel. Zudem
offenbarten Studien die - bisher wenig beachtet und oft tabuisiert
- Nachteile, die eine Vaginalgeburt für die Frau selbst haben
kann: Kommt es durch Überdehnung des Beckenbodens zu einem
Riß des Damms zwischen Scheide und After, wird mitunter die
Funktion der Schließmuskel beeinträchtigt - manchmal
mit der Folge der Harn- und Stuhlinkontinenz. Auch die Furcht vor
Störungen des Geschlechtsverkehrs ist ein Grund für den
Wunsch nach dem Kaiserschnitt.
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