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| Menschliche
Intelligenz - Verdienst der Frauen? |
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Die
urzeitlichen Männer, denen eine genetische Veränderung
zu einem höheren Intellekt verhalf, nutzten ihre geistigen
Fähigkeiten, um den Frauen zu imponieren - so wie der Pfau
mit seinem bunten Federkleid. Dies beschreibt der umstrittene Evolutionsbiologe
Miller in seinem Buch "The Mating Mind" ("Die sexuelle
Evolution. Partnerwahl |
und
die Entstehung des Geistes"). Was sich heute in Gestalt etwa
anspruchsvoller Literatur niederschlagen mag, hatte damals vermutlich
eine andere Form. Jedenfalls sprach es die Frauen an und gab den
schlaueren Männern den entscheidenden Vorteil bei der sexuellen
Auslese.
Millers kühne Theorie haben jüngst Ulmer Wissenschaftler
um Horst Hameister und Ulrich Zechner genetisch untermauert. Sie
glauben, daß intelligenzfördernde Veränderungen
auf dem X-Chromosom - jenem Chromosom, das über unser Geschlecht
bestimmt - die Evolution des Geistes vorantrieben.
Intelligenzentwicklung
und die Rolle des X-Chromosoms
Aus genetischer Sicht ist Intelligenz ein komplexes Merkmal. Viele
Gene und viele äußerliche Faktoren sind an der Intelligenzentwicklung
beteiligt. Der Genetiker erkennt Intelligenzgene an ihrer Fehlfunktion,
nämlich dann, wenn sie durch eine Mutation zu einer Intelligenzminderung
bzw. geistigen Retardierung führen. Schon seit über hundert
Jahren ist gut belegt, daß unter den geistig Behinderten der
Anteil der männlichen Patienten erheblich überwiegt. Deshalb
wurde angenommen, daß sehr viele Intelligenzgene auf dem X-Chromosom
liegen.
Die Ulmer Genetiker haben diese Vermutungen an Hand der zur Zeit
verfügbaren genetischen Daten geprüft und - verglichen
mit den Nicht-Geschlechtschromosomen (Autosomen) - eine um den Faktor
3,1 erhöhte Anzahl von Intelligenzgenen auf dem X-Chromosom
gefunden. Sie haben diesen Sachverhalt im Lichte der Evolution betrachtet.
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