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Weitere Beobachtungen der Selbstmedikation bei Menschenaffen
Selbstmedikation durch Pflanzen und Kräuter Professor Michael Huffman machte jüngst weitere Fälle äffischer Selbstmedikation publik. So schluckten Schimpansen, die an Durchfall litten, immer wieder unzerkaute stachelige Blätter bestimmter Bäume. Die Blätter haben keinen Nährwert und werden zerknittert, aber unverdaut wieder ausgeschieden. An ihnen haften oft Darmparasiten, etwa der bis zu drei Zentimeter lange Fadenwurm Oesophagostomum stephanostomum. Auch die Schimpansenforscherin Jane Goodall vermutet, daß die Blätter die
Würmer im Verdauungstrakt einfangen oder mit ihren Stacheln aufspießen und dann aus dem Körper hinaustransportieren.
Dafür spricht, daß Schimpansen die Blätter hauptsächlich nach Beginn der Regenzeit fressen, wenn die Zahl der Parasitenlarven und die Infektionsgefahr rasch zunehmen. Außerdem verzehren nur kranke Tiere die Blätter. Auch bei Bonobos und Gorillas wurde dieses Verhalten beobachtet.

Blätter gegen Bakterien, Parasiten und Krebs
Im Mahale-Mountains-Nationalpark, im Westen Tansanias, beobachtete der Wissenschaftler Huffman eine Schimpansin, die sich von ihrer Gruppe zurückzog, weil sie ebenfalls unter Durchfall litt. Sie suchte einen Mjonso-Baum auf, den Schimpansen wegen seiner bitteren, giftigen Blätter und Rinde normalerweise meiden.
Doch das Tier kaute auf den Blättern herum, ohne sie zu schlucken. Sie schälte mit ihren Zähnen die Rinde von Zweigen ab und lutschte dann das Mark. Das tat sie eine halbe Stunde lang und ging danach früh schlafen. Einen Tag später war sie wieder munter und aß wie gewöhnlich Ingwer, Feigen und Elefantengras. Huffman ließ Pflanzenbiochemiker die Inhaltsstoffe des Baumes im Labor analysieren. Sie isolierten 13 bislang unbekannte so genannte Steroidglucoside mit antibakteriellen, antiparasitischen und sogar Tumor bekämpfenden Eigenschaften.
Tatsächlich wird der Bitterblattbaum Mjonso in Afrika auch zu Heilzwecken eingesetzt. Die Stammesmitglieder der WaTongwe in Zentralafrika kochen die Blätter und essen sie mit Fleisch, um Magenbeschwerden, Malariafieber oder Darmparasiten zu bekämpfen. Wie bei Schimpansen führt das oft binnen einem Tag zur Genesung.

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