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Der
Affe als Apotheker - Vorbild für die Pharmazie des Menschen
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Nicht
nur der Mensch schluckt Medikamente, wenn er sich krank fühlt.
Auch Affen wissen sich zu helfen, wenn es ihnen gesundheitlich schlecht
geht. So machte einst ein Forscher auf Borneo eine interessante
Beobachtung. Ein Orang-Utan, der offenbar Kopfschmerzen hatte, hielt
sich mit der Hand seinen Schädel, ging zu einer bestimmten
Pflanze und aß deren Blüten. Innerhalb einer Stunde war
er wieder munter. Als der |
Forscher
später einmal selbst unter Kopfweh litt, probierte er dieselbe
Blume, und seine Kopfschmerzen verschwanden. Nur ein zufälliges
Vorkommnis? Mag sein, aber die Begebenheit paßt gut zu anderen
Beobachtungen tierischer Selbstmedikation.
Zoopharmakognosie - eine junge wissenschaftliche Disziplin
Erst seit einem guten Jahrzehnt gilt die so genannte Zoopharmakognosie
als heißer wissenschaftlicher Trend. Zwar berichten schon
alte Sagen etwa der Navajo-Indianer im Südwesten der USA und
des WaTongwe-Volkes in Zentralafrika von Arzneien, die ihnen durch
weise Tiere geschenkt wurden. Westliche Experten betrachteten solche
Überlieferung allerdings eher als pädagogischen Kniff,
den traditionelle Heiler anwandten, um dem Medizinmann-Nachwuchs
den Wert ihrer Lektionen zu verdeutlichen. Doch 1989 veröffentlichte
der Primatologe Michael Huffman von der Uni Kyoto seine Beobachtungen
an tansanischen Schimpansen. Professor Huffman war ein weibliches
Tier aufgefallen, das völlig apathisch wirkte. Nicht einmal
um sein Junges kümmerte es sich - bei den fürsorglichen
Affen sicheres Anzeichen für eine schwere Erkrankung. An einem
Freßplatz machte sich die Schimpansin dann als einziges Tier
ihres Verbandes über eine Bitterblatt-Pflanze her. Sie brach
Trieb um Trieb ab und schälte das Mark heraus, das sie ausgiebig
kaute. Blätter und Rinde verschmähte sie. 24 Stunden später
war sie geheilt. Laboranalysen wiesen in allen Pflanzenteilen antibiotische
Wirkstoffe nach - aber nur das Mark enthielt die richtige Dosis;
die Blätter hätten die Schimpansin wohlmöglich vergiftet.
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