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| AIDS, HIV,
SIV - Von Affen und Menschen |
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Ende
der 70er und vor allem während der 80er Jahre traten Fälle
einer rätselhaften Immunschwäche in der homosexuellen
Bevölkerung der Westküste der Vereinigten Staaten auf.
Der Komplex von Problemen, der durch ein gestörtes Immunsystem
verursacht wurde, bekam den Namen AIDS (Aquired |
Immunodeficiency
Syndrome). In Afrika ist diese Krankheit schon älter. Sie war
unter dem Namen "slim disease" (Abmagerungskrankheit)
bekannt und war um Uganda endemisch. AIDS konnte sich erst durch
den Tourismus und höhere Mobilität ein größeres
Reservoir von Menschen erschließen.
Nach aktuellem Kenntnisstand läßt sich die Erkrankung
auf SI- (Simian Immunodeficiency) Viren zurückführen,
die einst von Affen auf den Menschen übertragen wurden. Es
wurden SIV-Stämme von Schimpansen und dem Rauchgrauen Mangaben
identifiziert, die genetisch mit den Humanen Immunodefiziens-Viren
(HIV) eng verwandt sind. Die Forschung berichtet, daß von
diesen beiden Affenarten die SI-Viren bei mindestens acht Gelegenheiten
unabhängig voneinander Menschen infiziert haben und sich zu
den heutigen HIV-Typen weiterentwickelten. Dieser Sprung über
die Artengrenze geschah in Zentralafrika bereits anfangs des zwanzigsten
Jahrhunderts - also lange bevor AIDS mitte der 80er Jahre als ernsthaftes
Gesundheitsproblem diagnostiziert wurde.
Die Infektion von den Affen erfolgt über einen Biss oder über
kleine Wunden an den Händen, die mit dem Blut geschlachteter
Tiere in Berührung kommen. Untereinander stecken die Tiere
sich vermutlich bei sexuellen Kontakten an, denn Jungtiere sind
bis zur Geschlechtsreife noch weitgehend virusfrei. Die Jagd von
Affen hat in Zentralafrika eine jahrhundertelange Tradition. Doch
die organisierte Holzfällerei und der Bau neuer Straßen
durch die Urwälder in den letzten Jahrzehnten hat den Kontakt
der Menschen mit SIV-infizierten Tieren und den Konsum von Affenfleisch
drastisch erhöht. Die Konsequenz daraus war der Siegeszug von
HIV-1 und HIV-2 als AIDS-Erreger.
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