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Experten auch in absehbarer Zukunft eine unrealistische Vision. Gentherapeutische Verfahren jedoch könnten schon bald zur Leistungsmanipulation im Spitzensport angewendet werden.
Auf einer Informationsveranstaltung des Bundesinstituts für Sportwissenschaft in Saarbrücken zitierte Dr. Bernd Wolfahrt, Verbandsarzt im Deutschen Skiverband, Forschungsergebnisse, die die somatische Gentherapie im Leistungssport in naher Zukunft wahrscheinlich machen. So sei es Wissenschaftlern in den vergangenen Jahren zumindest im Tierversuch gelungen, sowohl die körpereigene Produktion von Erythropoetin zu steigern als auch das Muskelwachstum zu stimulieren. Dagegen sei man von der Keimbahntherapie noch sehr weit entfernt, führte Wolfahrt aus, der sich als Mitarbeiter der Abteilung Prävention, Rehabilitation und Sportmedizin an der Universität Freiburg mit den Möglichkeiten und Risiken der Gentechnik im Sport befaßt. Es gebe kein einzelnes Leistungs- oder Kraftgen, entscheidend für den Erfolg eines Sportlers sei vielmehr das Zusammenwirken ganzer Genkonstellationen. Doch diese seien noch gar nicht erforscht. Pränatale Genmanipulationen, die auf Züchtung hinausliefen, verwies auch Professor Klaus Müller, Bundesbeauftragter für Dopinganalytik, ins Reich der Science Fiction. Trotzdem müsse der Sport hier gewappnet sein. Daher wolle die Welt-Doping-Agentur Wada das Gendoping in die künftige Verbotsliste aufnehmen. Im September werde sich zudem ein Symposium der Wada in New York mit diesem Thema befassen. Dreißig führende Experten seien hierzu eingeladen worden.
Gendoping Unter Gendoping im engeren Sinn verstehen Sportmediziner die Anwendung der Gentherapie zur Leistungsmanipulation im Spitzensport. Im Gegensatz zu diesen postnatalen Genmanipulationen an Organen und am Gewebe werden die pränatalen Genmanipulationen nach Überzeugung fast aller Experten auf absehbare Zeit keine Bedeutung im Sport erlangen.
Quelle: Äeztezeitung.de |