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Der zweite Ursachen-Komplex umfasst bestimmte Störungen und Krankheiten: angefangen von banalen Erklärungen wie verstopfter Gehörgang über Virusinfektionen, Einblutungen und Verletzungen des Ohrs bis hin zum Schädelhirntrauma oder Tumoren. Am häufigsten sind organische Erkrankungen. Diese können den Gehörapparat direkt betreffen (Hörsturz, Morbus Menière (Drehschwindel), Lärm-, Alters- und Innenohrschwerhörigkeit, chronische Mittelohrentzündung) oder über eine Minderdurchblutung beeinträchtigen (bei Bluthochdruck oder ausgeprägtem niedrigen Blutdruck, Herz-Kreislaufkrankheiten, Durchblutungsstörungen, Arteriosklerose). Auch die bei Diabetikern auftretenden Langzeitschäden an den Gefäßen können das Innenohr betreffen.
Zur Ursachenfindung können sowohl der Orthopäde wie der Zahnarzt beitragen: Degenerative Veränderungen oder eine chronische Fehlstellung im Halswirbelsäulen-Bereich können über eine Durchblutungsstörung einen sog. zervikogenen Tinnitus bedingen. Er lässt sich durch manuelle Therapie oder Chirotherapie  verbessern. Orthopädische Probleme im Bereich des Kiefergelenks und Gebiss-Unregelmäßigkeiten, die Spannungszustände erzeugen, wirken sich ebenfalls negativ auf die Durchblutung aus.
Bei älteren Menschen ist oftmals eine Otosklerose für den Tinnitus verantwortlich. Es handelt sich um eine Verknöcherung des Steigbügels, des Knöchelchens, das die Verbindung zwischen Mittelohr und Innenohr darstellt. Die damit verbundene Hörstörung kann operativ behoben werden, die Chancen, dass damit auch der Tinnitus verschwindet, liegen bei etwa 50%.
In mehr als der Hälfte der Fälle, so schätzen Experten, ist der auslösende Faktor für einen Tinnitus auf eine langjährige individuelle psychische Problematik zurückzuführen. Vermutlich führt die unter Dauerstress vermehrte Ausschüttung von Adrenalin zur Drosselung oder gänzlichen Unterbindung der Durchblutung des Innenohres.
Bezeichnenderweise machen nicht wenige Betroffene über die anhaltende Stress-belastete Situation vor Eintreten des Tinnitus Aussagen wie: "Ich konnte es nicht mehr hören".

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