Die Therapie ist relativ einfach und besteht in der Gabe der fehlenden Schilddrüsenhormone. Diese werden in Tablettenform verabreicht. Am weitesten verbreitet ist die Gabe von L-Thyroxin, das dem körperei- genen Hormon Thyroxin entspricht. Aber auch L-Trijod- thyronin, das im Organismus aus
Thyroxin gebildet wird, kann eingesetzt werden. Vorsicht ist jedoch bei der Dosierung geboten. Je ausgeprägter eine Schilddrüsenunter- funktion ist, um so vorsichtiger muß man mit der Gabe von Schild- drüsenhormonen beginnen. Herzbeschwerden und Herzrhythmusstör- ungen können sonst die Folge sein. Bei der Neugeborenen-Hypothyreose entscheidet die frühe Erkennung über die Entwicklung der kleinen Patienten. Setzt die Therapie frühzeitig , d. h. nach nur wenigen Lebenstagen, ein, so ist die Prognose gut und das Neugeborene kann sich unter einer lebenslangen Tabletteneinnahme ganz normal entwickeln. Wird diese Form der Schilddrüsenunterfunktion erst Wochen bis Monate nach der Geburt erkannt und nicht vorher mit einer Ersatztherapie begonnen, kann das Neugeborene schwere geistige Schäden davontragen und eine normale Entwicklung ist kaum mehr möglich. Beim erwachsenen Patienten hängt die richtige Dosierung vor allem vom Wohlbefinden des Patienten ab. Er spürt am besten selbst, wann die Krankheitsbeschwerden verschwunden sind. Zudem werden regelmäßig die Blutwerte kontrolliert. Voraussetzung für die Beschwerdefreiheit ist jedoch eine lebenslange Einnahme der Tabletten. Ohne sie kann es jederzeit wieder zu den oben beschriebenen Krankheitszeichen bis hin zu einem durch die Schilddrüsenunterfunktion verursachten komatösen Zustand (d.h. Zustand der Bewußtlosigkeit) kommen.