ANZEIGEN
 

Wasserstelle für gesundes Wasser
 
linie_oben

Rheuma / Symptome & Diagnose


Symptome

Die rheumatoide Arthritis kann mit vielfältigen und sehr uncharakteristischen Vorboten wie Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme, starkem Schwitzen und Abgeschlagenheit beginnen.

Die typischsten Symptome beinhalten:

Nächtliche und v.a. morgendliche Gelenkschmerzen mit einer Gelenksteifigkeit von mehr als 15 Minuten

Eine typische Schwellung der Gelenke in den Fingergrund (MCP-Gelenke) sowie der Fingermittelgelenke (PIP-Gelenke)

Müdigkeit und Erschöpfung verbunden mit einem allgemeinen Krankheitsgefühl

Haende SchuettelnManchmal sind im Frühstadium nur wenige Gelenke betroffen. Fast immer entwickelt sich jedoch nach geraumer Zeit eine so genannte chronische Polyarthritis. Dies bedeutet eine Entzündung vieler großer und kleiner Gelenke des Bewebungsapparates mit häufigem Befall der Hand- und Fingergelenke. Sehr häufig ist bereits frühzeitig eine deutliche Abnahme der Greifkraft feststellbar. So können Dosen nicht mehr geöffnet werden, oder man hat das Gefühl, dass ein gehaltener Gegenstand wieder aus der Hand fällt. Das morgendliche Waschen und Anziehen, etwa das Zuknöpfen von Hemd und Weste, wird zur Tortur. Auch die Faust kräftig zu ballen ist meist nicht mehr möglich. Ein Händedruck verursacht fast immer große Schmerzen. Manchmal stehen am Anfang auch Gefühlsirritationen der Finger im Vordergrund.

Im weiteren Krankheitsverlauf treten u.a. folgende typische Veränderungen der Gelenke auf:

Das Abrutschen der Finger nach außen (Ulnardeviation)

Ein Abknicken des letzten Fingergliedes nach unten (Schwanenhalsdeformation)

Einer der Fingerknöchel tritt nach oben (Knopflochdeformität)

An der Streckseite der Gelenke wächst ein gummiartiger Knoten (Rheumaknoten)

Häufig sind nicht nur die Gelenke, sondern auch innere Organe betroffen:

Es kann eine Bindegewebsvermehrung in der Lunge auftreten (Lungenfibrose) oder auch eine Rippenfellentzündung (Pleuritis).

Eine Herzbeutelentzündung (Perikarditis) kann entstehen

Die Augen können durch eine Entzündung der verschiedenen Schichten der Augenwand betroffen sein (Sleritis; Episkleritis)

Kleingefäßentzündungen oder Rheumaknoten (Vaskulitis) gehen einher mit teilweisen großen Hautdefekten – vor allem am Unterschenkel und Fußrücken

Speichel- und Tränendrüsen können chronisch entzündet sein – mit Trockenheit von Mund und Augen (Sicca-Syndrom)

ArztDiagnose
Je früher Erkrankungen aus dem „rheumatischen Formenkreis“ erkannt und behandelt werden, desto günstiger ist ein positiver Verlauf. Gerade im Frühstadium ist es schwierig eine sichere Rheuma-Diagnose zu stellen.

Rheuma muss von einem erfahrenen Facharzt diagnostiziert und behandelt werden. Denn die Krankheit verläuft individuell sehr unterschiedlich. Ein Internist, der sich auf Rheumatologie spezialisiert hat, ist der beste Ansprechpartner.

Die Diagnose der rheumatoiden Arthritis wird stets aufgrund mehrerer Befunde gestellt: der Symptome, der körperlichen Untersuchung, verschiedene Labordaten sowie bildgebende Verfahren. Die familiäre Vorbelastung spielt in der Anamnese ebenfalls eine wichtige Rolle.

Häufig finden sich typische Veränderungen der Blutwerte wie:

Ein Anstieg der Entzündungswerte im Blut, wie Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) und C-Reaktives-Protein (CRP)

Im Blutserum können verschiedene Rheumafaktoren festgestellt werden (Autoimmunantikörper)

Der Hämoglobinwert sinkt aufgrund einer Entzündungsanämie

Überbewertet sollten diese Blutwerte jedoch nicht werden. Der Rheumafaktor ist nur bei ca. 80% der Patienten mit rheumatoider Arthritis nachweisbar, und kann auch bei einigen anderen Krankheiten und sogar bei Gesunden vorliegen. Er ist daher nicht allzu spezifisch.
Dem gelenkzerstörenden Verlauf der rheumatoiden Arthritis entsprechend, kann man nach einigen Jahren typische Veränderungen im Röntgenbild der Gelenke finden. Röntgenaufnahmen der Hände und Füße sind besonders gut geeignet, um frühzeitig Veränderungen der Gelenke zu erkennen.

Diese sind:

Eine gelenknahe Osteoporose (Calciummangel im Knochen)

Mäusebissartige Knochendefekte am Rand der Gelenkflächen (so genannte Erosionen)

Die Verschiebung der Halswirbelkörper bei Mitbefall des Kopf- und Halsgelenks

Bereits 1987 hat das American College of Rheumatology (ACR) Diagnosekriterien aufgestellt, um das Krankheitsbild der rheumatoiden Athritis zu vereinheitlichen.

ACR-Kriterien:

Morgensteifigkeit der Gelenke von mindestens einer Stunde Dauer über mehr als 6 Wochen

Arthritis mit tastbarer Schwellung in drei oder mehr Gelenkregionen > 6 Wochen

Arthritis an Hand- oder Fingergelenken > 6 Wochen

Symmetrische Arthritis (Befall beidseitiger Gelenkregionen) > 6 Wochen

Rheumaknoten

Rheumafaktornachweis im Blut

Typische Röntgenbildveränderungen (Osteoporose und / oder Erosionen)

Von diesen Kriterien müssen mindestens 4 für die Diagnose einer rheumatoiden Arthritis erfüllt sein




linie_unten
Weitere Themen zu Rheuma

pfeil3 

Übersicht / Definition

pfeil3 

Epidemiologie / Ursachen

pfeil3 

Symptome / Diagnose

pfeil3 

Therapie, Behandlung & Medikamente

pfeil3 

Prophylaxe / Vorbeugung / Prognose

pfeil3 

Bücher