|
Die
Therapie der rheumatoiden Arthritis erfordert große Erfahrung
sowie eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen internistischen
Rheumatologen, Orthopäden, Krankengymnasten und Ergotherapeuten.
Bei einer
Rheuma-Erkrankungen stehe folgende Therapie-Formen zur Verfügung:
-
Medikamentöse Therapie
-
Injektionen von Kortisonpräparaten in die Gelenke
- Krankengymnastik und Physikalische Therapie
- Ergotherapie und Rehabilitation
- Operative Therapie (Synovektomien und rekonstruktive Chirurgie)
Es ist bislang nicht möglich, die rheumatoide Arthritis ursächlich
zu heilen. Bis in die 1990er Jahre wurde rheumatoide Arthritis medikamentös
praktisch ausschließlich mit schmerz- und entzündungshemmenden
Mitteln sowie mit Arzneimitteln behandelt, die die Vermehrung von Immunzellen
dämpfen. Zerstörte Gelenke konnten teilweise durch Gelenkprothesen
ersetzt werden. NSAR und Kortison
Zu den Schmerzmitteln, die bei der rheumatoiden Arthritis angewandt
werden, zählen unter anderem Acetylsalicylsäure (ASS),
Diclofenac, Paracetamol und Ibuprofen. Da sie kein Kortison (ein
sog. Steroid) enthalten, nennt man sie auch nichtsteroidale Anti-rheumatika
(kurz: NSAR). Kortison wirkt stark entzündungshemmend und wird
in akuten Krankheits-phasen gegeben, wenn kortisonfreie Entzündungshemmer
nicht aus-reichend wirksam sind. Der Vorteil dieser Arzneimittel
ist, dass ihre Wirkung schnell einsetzt. Die Schmerzen lassen rasch
nach und die Betroffenen können sich wieder besser bewegen.
Auf den Verlauf der Erkrankung haben die NSAR und Kortison jedoch
meist keinen Einfluss.
Basistherapeutika
In den letzten Jahren haben sich grundlegende Veränderungen
in der Rheuma-Therapie ergeben. Sobald die Diagnose gesichert ist,
werden so genannte "Basistherapeutika" eingesetzt. Sie
greifen direkt in den Krankheitsverlauf ein. Zu ihnen zählen
unter anderem Arzneimittel mit den Wirkstoffen Methotrexat, Sulfasalazin
und Chloroquin. Die Wirkung der Basistherapeutika tritt nicht sofort,
sondern je nach Substanz erst nach einigen Wochen bis zu mehreren
Monaten, ein. Mit den Basistherapeutika gelingt es jedoch, entzündliche
Schübe zu verhindern und die Progression der Krankheit zu verlangsamen.
Krankengymnastik und Co.
Moderne Konzepte der Rheuma-Therapie zeichnen sich dadurch aus,
dass verschiedene Methoden miteinander kombiniert werden. Dazu gehören
neben den Arzneimitteln auch Krankengymnastik, physikalische Therapie
und Ergotherapie (z.B. Gelenkschutzberatung) sowie, falls erforderlich,
auch soziale und psychologische Maßnahmen. Bei starken Gelenkzerstörungen
können Operationen und gegebenenfalls auch der Ersatz des zerstörten
Gelenks durch ein künstliches Gelenk nötig werden.
TNF-alpha und Anakinra
Leider sprechen nicht alle Patienten gut auf die Standard-Therapie
und die verfügbaren Arzneimittel an. Deshalb arbeiten Forscher
intensiv daran, ganz gezielt neue Präparate zu finden, um die
Krankheit aufzuhalten und die Schmerzen zu lindern. Eine neue viel
versprechende Entwicklung sind Wirkstoffe, die in die Kommunikation
zwischen Immunzellen eingreifen, die den Entzündungsprozess
bei der rheumatoiden Arthritis vorantreiben. Von zentraler Bedeutung
ist dabei der Botenstoff TNF-alpha, mit dem an Entzündungen
beteiligte weiße Blutkörperchen andere Immunzellen zur
Mitwirkung auffordern.
Ein anderer Wirkstoff, das Anakinra, ist ein sog. Interleukin-1-Rezeptorantagonist
(IL-1Ra) oder kurz IL-1-Blocker bzw. IL-1-Hemmer. Interleukin-1 ist
eine körpereigene Substanz und spielt eine wichtige Rolle bei der
Entstehung von rheumatischen Entzündungen und Gelenkschädigungen.
Anakinra blockiert die entzündungsauslösende Wirkung von IL-1
und greift wie die TNF-alpha-Blocker gezielt in zentrale Mechanismen
bei der Entstehung und Ausbreitung der Erkrankung ein. Heilpflanzen
Verschiedene Heilpflanzen haben schmerzlindernde und entzündungs-hemmende
Eigenschaften. Die Basismedikamente können sie aber auf keinen
Fall ersetzen. Vielmehr geht es darum, Kortison, NSAID oder Schmerzmittel
einzusparen. Da die Wirkstoffe gut verträglich sind, ist das sicherlich
einen Versuch wert.
|