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Rheuma / Epidemiologie & Ursachen


Ältere MenschenEpidemiologie

Die rheumatoide Arthritis ist die häufigste und bekannteste der entzündlich-rheumatischen Erkrankungen In Deutschland leiden etwa 0,5% der Bevölkerung daran. Die Erkrankungshäufigkeit von Frauen überwiegt die von Männern im Verhältnis 3:1. Rheumatoide Arthritis kann in jedem Lebensalter, sogar bereits im Kleinkindalter auftreten. Am häufigsten beginnt die Erkrankung jedoch zwischen dem 35. und 45. und über dem 60. Lebensjahr.

weiße ButkoerperchenUrsachen
Aus welchen Gründen die rheumatoide Arthritis entsteht ist noch immer nicht endgültig geklärt. Es ist jedoch anzunehmen, dass zu Beginn des Krankheitsprozesses Zellen des Immunsystems aktiviert werden, welche sich in einem Autoimmunreaktion gegen den eigenen Körper richten.
Der Prozess der Autoimmunreaktion läuft in mehreren Schritten ab:
Die so genannten T-Lymphozyten (eine Form der weißen Blutkörperchen) werden aktiviert. Spezifische Rezeptormoleküle auf diesen Zellen kommen bei Patienten mit schwerer rheumatoider Arthritis besonders häufig vor. Daher ist auch eine genetische Disposition durchaus wahrscheinlich.

Beim Fortschreiten der Krankheit kommt es zu einer Entzündung der Gelenkinnenhaut. Gesteuert wird diese Entzündung durch Botenstoffe des Immunsystems, die so genannten Zytokine, mit deren Hilfe Zellen miteinander kommunizieren. Eine Sender-Zelle gibt die Zytokine, ab, die zur Zielzelle gelangen. An der Zellmembran der Zielzelle docken die Zytokinmoleküle in einem Schlüssel-Schloss-Prinzip am Rezeptor an. Signale werden so in das Zellinnere geschleust, die eine ganz bestimmte Immunantwort der Zielzelle auslösen. Als wichtigste Zytokine bei der Entstehung der rheumatoiden Arthritis gelten Tumornekrosefaktor-alpha (TNF-alpha) und Interleukin-1 (IL-1).

TNF-alpha scheint für den zerstörerischen Entzündungsprozess verantwortlich zu sein. Ein Behandlungsansatz, um diesen Mechanismus zu unterbinden, ist die gezielte Blockade von TNF-alpha durch Antikörper oder den löslichen TNF-Rezeptor.

Interleukin-1 (IL-1) ist beteiligt an der Zerstörung von Knorpelgewebe und aktiviert die knochenabbauenden Zellen, die Osteoklasten. Im Körper wird diese Wirkung normalerweise im Organismus durch den IL-1 Rezeptorantagonisten IL-1Ra reguliert. IL-1Ra verhindert die Zielzellimmunantwort, indem die Rezeptoren auf der Zellmembran durch Gegenspieler, d.h. Rezeptorantagonisten blockiert werden.
Die „Schlösser“, an die IL-1 andocken könnte, sind blockiert und eine „Botschaft“ ins Zellinnere wird unterbunden. Somit findet die zerstörerische Zellantwort nicht statt. Dieses Gleichgewicht ist bei der RA gestört, da es zu wenig Moleküle des Rezeptorantagonisten IL-1Ra gibt. Die Gabe eines rekombinanten, gentechnisch hergestellten Rezeptorantagonisten ist ein intelligenter, neuer und kausaler, also an die Ursachen gehender Ansatz zur Therapie der rheumatoiden Arthritis.

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