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Retinitis pigmentosa (RP)

Retinitis pigmentosa (RP)

Die Netzhaut (Retina) im Auge ist so etwas wie ein Bildschirm im Menschen. Funktioniert dieser nicht oder fallen einzelne Bereiche davon aus, ist dies vergleichbar mit Netzhautschäden im Auge, die durch die Erkrankung Retinitis pigmentosa (RP) bedingt sind. Mit einem Unterschied: Ein Bildschirm hat nicht – wie der Mensch – ein intelligentes Gehirn zur Verfügung, das mit leichten Bildstörungen noch recht gut leben kann. Sind nur einige Sehzellen der Netzhaut von den für die RP

typischen Pigmentablagerung betroffen, fällt dem Patienten noch kein Unterschied zum normalen Sehen auf – das Gehirn tut so, als ob es diese ausgefallenen Sehzellen nie gekannt hat. Zunächst fallen einige Stäbchen – Sehzellen, die am Rand der Netzhaut liegen – aus. Das Nacht- und Dämmerungssehen verschlechtert sich, das Orientierungssehen ist eingeschränkt. Später sind auch die im Zentrum der Netzhaut zu findenden Sehzellen, die Zapfen, von der Erkrankung erfasst. Dann fällt das Lesen schwerer, das Farbsehen ist gestört und schließlich – oft erst nach einigen Jahrzehnten – erblinden die Betroffenen an RP. Etwa 30 000 Menschen leiden in Deutschland an dieser Erbkrankheit, weltweit etwa zwei bis drei Millionen Menschen, die in vielen verschiedenen Formen auftreten kann. Eine ursächliche Therapie wurde bis heute nicht gefunden. Große Hoffnung setzen Patienten in die Entwicklung von Neuroprothesen für das Auge, Implantate, die Erblindeten in einigen Jahren ein bescheidenes Sehen wieder ermöglichen soll.

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