| Neurodermitis
in der Schwangerschaft und Stillzeit
Zu einer der häufigsten Hauterkrankungen
zählt die Neurodermitis. Sie
ist unter vielen verschiedenen Synonymen bekannt, wird aber korrekterweise unter
dem Namen "atopisches oder endogenes Ekzem" zusammengefasst und trägt
damit der Tatsache Rechnung, dass als Auslöser eine genetisch bedingte Überempfindlichkeit
auf sogenannte Allergene besteht.
Unter Kindern
und Jugendlichen sind etwa 10% betroffen, und ihre Zahl nimmt ständig
zu. Häufig beginnt die Neurodermitis bereits im 3. Lebensmonat
mit gelblichen Kopfkrusten (Milchschorf). Aber auch in jedem Lebensalter
kann die Neurodermitis erstmals auftreten, wobei Ekzeme an Ellenbeugen,
Kniekehlen, Gesicht und anderen Hautarealen auftreten können.
Häufig verschwinden die Ekzeme wieder am Ende des 2. Lebensjahres
oder während der Pubertät.
Die äußerlichen
Hautveränderungen, der starke Juckreiz und das ständige
Kratzen stellen für manche Patienten oder die Eltern kranker
Kinder eine außerordentliche seelische Belastung dar.
Was
ist zu beachten?
Wenn die Eltern selbst sogenannte Atopiker sind, ist ein Kind prädestiniert
dafür auch an Neurodermitis, Heuschnupfen oder allergischem Asthma zu
erkranken.
Die Eltern können jedoch schon während der Schwangerschaft und in
den ersten Lebensmonaten dazu beitragen, dass das Kind gesund bleibt.
Gesichert ist,
dass die Veranlagung einer atopischen Krankheit zumeist erblich
bedingt ist. Desto mehr Familienmitglieder ersten Grades an atopischen
Krankheiten leiden, desto höher ist das Risiko der Erkrankung
beim Nachwuchs. Hat beispielsweise ein Elternteil oder ein Geschwisterkind
Neurodermitis, so steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ein weiteres
Kind mit dieser Veranlagung geboren wird, auf über 30 Prozent.
Leiden beide Eltern an einer atopischen Erkrankung, steigt das
Risiko, Neurodermitis zu bekommen, auf rund 60 Prozent. Hat jeder
Elternteil dieselbe atopische Erkrankung, wird diese sogar in
bis zu 80 Prozent der Fälle vererbt.
Prävention
in Schwangerschaft und Stillzeit
Schon während der Schwangerschaft sollte eine werdende Mutter geeignete
Maßnahmen ergreifen, um das Atopie-Risiko des Kindes zu vermindern. Das
selbe gilt während der Stillzeit des Säuglings. Durch konsequente
Vorbeugung kann die Wahrscheinlichkeit, dass das Kind in den ersten fünf
Lebensjahren eine atopische Erkrankung entwickelt, immerhin um 50 Prozent gesenkt
werden.
Während
der Schwangerschaft und Stillzeit sollte die werdende Mutter
eine strikte Diät vermeiden. Ausreichend Mineralstoffe und
Vitamine sind jedoch ein Muss für die werdende Mutter und
ihr Kind. Vor allem wenn die Mutter selbst Allergikerin ist,
sollte in Absprache mit dem Arzt eine allergenarme Ernährung
während der Schwangerschaft und Stillzeit erwogen werden.
Dies kann die Allergiebereitschaft des Kindes verringern.
Hochallergene
Nahrungsmitteln wie Kuhmilch, Eier, Fisch, Haselnüsse und
Erdnüsse, eventuell auch Soja und Weizen sollte die Mutter
höchstens in kleinen Mengen verzehren und durch verträgliche
Lebensmittel ersetzen werden. Vorsicht geboten ist auch bei Nahrungsmitteln
mit einem hohen Histamingehalt, wie Fisch, Sauerkraut, Sauermilchkäse
und Rotwein. Ebenfalls ungünstig sind Lebensmittel, die
im Körper die Histaminfreisetzung fördern, wie Erdbeeren,
Tomaten oder Kiwi. Strikt vermieden werden sollte Alkohohl und
Nikotin.
Falls die Mutter
selbst Neurodermitiker/Allergiker ist, sollte in Absprache mit
dem Arzt eine allergenarme Ernährung während der Schwangerschaft
und Stillzeit erwogen werden. Dies kann die Allergiebereitschaft
des Kindes verringern.
Allergen belastete Nahrungsmittel wie Kuhmilch, Eier, Fisch und Nüsse
sollten durch alternative Lebensmittel ersetzt werden. Vorsicht geboten ist
auch Nahrungsmitteln mit hohem Histamingehalt (z.B. Fisch, Sauerkraut, Sauermilchkäse,
Rotwein).
Durch die Einnahme
von Gamma-Linolsäure K kann die werdende Mutter einen Mangel
an lebensnotwendigen Fettsäuren beim Kind vorbeugen.
Neu ist auch
die Möglichkeit mit dem probiotischem Mikroorganismus Lactobacillus
einer Neurodermitis vorzubeugen. Wird diese von der schwangeren
oder stillenden Mutter, sowie dem Säugling selbst eingenommen,
kann der Mikroorganismus den Darm schützen und verringert
da Risiko ein atopisches Ekzem zu entwickeln.
Weitere Tipps zur Ernährung
Muttermilch ist optimal
Das Stillen bis zum 6. Monat – ohne Zufütterung von Fremdeiweiß – ist
die beste Vorbeugung der Neurodermitis. Das Stillen fördert die Entwicklung
einer intakten Immunabwehr. Eine allergische Reaktion auf Muttermilch gibt
es nicht. Die darin enthaltenden Proteine werden vom Kind als „körpereigen“ angesehen.
Schon vor der
Entbindung sollte mit der Hebamme oder den Klinikschwestern besprochen
werden, dass jegliche Gabe von Kuhmilch und anderen Fremdeiweißen
unterbleiben muss.
Kann nicht ausreichend gestillt werden, sind zur Prävention hypoallergene
Ersatznahrungen empfehlenswert. Diese sind nicht gänzlich allergenfrei,
sondern allergenarm.
Allergiekranke
Säuglinge müssen stärker hydrolysierte, nahezu
kuhmilch-allergenfreie Ersatznahrung erhalten.
Ab dem sechsten Lebensmonat kann mit der Beikost begonnen werden, wobei neue
Lebensmittel vorsichtig eingeführt werden sollten. Auch präventiv
sollten - wie beim neurodermitiskranken Kind - hochallergene Nahrungsmittel
und Zitrusfrüchte zumindest im ersten Lebensjahr gemieden werden.
Prophylaxe
/ Zusammenfassung
Das Risiko für ein Kind an einer Neurodermitis zu erkranken ist erhöht,
wenn familiär die Tendenz zu atopischen Erkrankungen besteht.
Um das Erkrankungsrisiko
für Ihr Kind zu verringern, sollten Sie in der Schwangerschaft
und Stillzeit wenig hochallergene Nahrung zu sich nehmen.
Stillen Sie
Ihr Kind in den ersten sechs Monaten möglichst voll. Reicht
die Muttermilch nicht aus, ist hypoallergene Säuglingsnahrung
erforderlich.
Ihr Kind sollte
im ersten Jahr vorsorglich keine Kuhmilch, Eier, Nüsse und
Zitrusfrüchte erhalten.
Unterstützen
Sie die Entwicklung einer gesunden Darmflora Ihres Kindes und
ergänzen Sie Ihre beziehungsweise die Ernährung Ihres
Säuglings mit probiotischen Mikroorganismen.
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