Vollkommen unerwartet treten nervliche Ausfälle wie Lähmungen, Taubheitsgefühle, Kribbeln, Schmerzzustände und Bewegungsstörungen auf. Häufiges Stolpern oder Unsicherheit beim Stehen oder Gehen können die ersten Anzeichen sein. Vielfach beginnt die Erkrankung mit einer ein- oder beidseitigen Entzündung des Sehnervs, die sich in akuten Sehstörungen wie z.B. Doppelbildern äußert. Auch Lähmungen der Augenmuskeln werden beobachtet. Über eine Beteiligung des vegetativen Nervensystems kommt es ferner
häufig zu Harnblasen- und Mastdarmstörungen. All das kann nach Abheilung des akuten Entzündungsherdes wieder vergehen oder aber auch – mehr oder weniger stark ausgeprägt – erhalten bleiben. Die MS existiert in verschiedenen Verlaufsformen: Den größten Anteil bildet mit etwa 80% die in Schüben verlaufende MS. Hier treten die Entzündungsherde und die beschriebenen Krankheitszeichen in wiederkehrenden aktiven Krankheitsphasen auf. In den Wochen, Monaten oder Jahren dauernden Ruhepausen zwischen den Schüben können sich viele der neurologischen Störungen und Symptome zurückbilden oder aber bei ungünstigem Krankheitsverlauf auch fortbestehen. Innerhalb mehrerer Jahre kommt es bei vielen Patienten durch die Summation der Nervenschädigungen zur zunehmenden Beeinträchtigung der Alltagsbewältigung.