Die offenkundige Hilfsbedürftigkeit des Erkrankten steht im krassen Gegensatz zur vollständigen Uneinsichtigkeit gegenüber der Störung. Anorektikerinnen sind Meisterinnen im Verleugnen. Die Menschen in der Umgebung der Anorexiekranken fühlen sich durch das gestörte Essverhalten oft manipuliert und hinters Licht geführt. Das Meiden von gemeinsamen Essen und Trinken bringt auch eine gewisse soziale Isolierung mit sich. Häufig besteht gleichzeitig eine behandlungsbedürftige Depression.
Noch vor einem krankhaften Gewichtsverlust kommt es durch das Versiegen der Geschlechtshormonbildung zum Ausbleiben der Menstruation (Amenorrhö). Auch andere hormonelle Störungen werden häufig beobachtet. Im Zuge der Gewichtsabnahme werden wichtige Körpereiweiße (strukturelle Proteine) z.B. auch im Herzmuskel abgebaut. Als gefährlichste Komplikationen gelten Herzrhythmusstörungen und Störungen des Wasser- und Mineralienhaushalts des Körpers (Flüssigkeits- und Elektrolytstörungen).