|
Ursachen/Risikofaktoren
Für eine Harninkontinenz kommen verschiedene Ursachen in Frage. Eine der Hauptursachen ist eine Schließmuskelschwäche. Bei Frauen können gerade erfolgte oder länger zurückliegende schwere Geburten oder Mehrfachgeburten den Beckenboden überdehnen. In den Wechseljahren verändern sich zudem die Schleimhäute im Unterleib. Weil der Hormonspiegel absinkt, werden sie trockener, dünner und verletzlicher. Auch die Scheidenwände erschlaffen und die Beckenbodenmuskulatur verliert an Kraft. Deshalb sinkt die Blase ab und der „Verschlussapparat" versagt. Allgemein belastet Übergewicht den Beckenboden und sollte besonders bei Inkontinenz, also bei unwillkürlichem Harnverlust, abgebaut werden. Bei Männern ist eine Schließmuskelschwäche sehr selten. Sie tritt meist in der Folge von Prostataoperationen auf, insbesondere nach radikalen Prostatakrebsoperationen (5-10%). Neben der Schließmuskelschwäche sind unkontrollierte Aktivitäten des Blasenmuskels die Hauptursache für eine Blasenschwäche mit oder ohne Harninkontinenz. Unkontrollierte Aktivitäten des Blasenmuskels („Blasenüberaktivität", „Blaseninstabilität") können entweder die Folge von Blasenerkrankungen wie Blasenentzündungen oder Blasenkrebs sein oder aber durch Rückenmarks- und Nervenerkrankungen wie Multiple Sklerose, durch Stoffwechselerkrankungen wie den Diabetes mellitus, durch Erkrankungen oder Abbauprozesse des Gehirns wie bei Schlaganfall oder Altersdemenz sowie letztlich auch durch psychische Einflüsse verursacht werden. Bei Kindern und Jugendlichen sind es meist angeborene Fehlbildungen, welche für eine Harninkontinenz verantwortlich sind. Verzögerte Reifungsprozesse oder psychische Probleme können zum nächtlichen Einnässen („Enuresis") führen. |
|