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Geeignete
Mittel/Medikamente gegen Haarausfall
Pantostin
(Wirkstoff: Alfatradiol)
Alfatradiol,
der Wirkstoff von Pantostin, wird ebenfalls zur
Therapie des Haarausfalls eingesetzt. Pantostin ist in Deutschland
seit 1998 als Medikament gegen androgentischen, d.h. erblich
bedingten Haarausfalls bei Männern und Frauen zugelassen, gut
verträglich
und rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.
In klinischen
Studien konnte gezeigt werden, dass eine Behandlung mit Pantostin über
6 Monate den Anteil der Haare in der Wachstumsphase (Anagenphase)
deutlich steigert bei insgesamt guter
Verträglichkeit. Wird es regelmäßig angewendet,
können bereits nach einem Monat erste Besserungen auftreten.
Alfatradiol hemmt das Enzym, welches Testosteron
in Dihydrotestosteron (DHT) umwandelt. Dadurch wird weniger haarwurzelschädigendes
DHT gebildet. So wirkt Pantostin gegen die fortschreitende
Rückbildung bestehender Haarwurzeln – der Haarausfall
kann deutlich gemindert oder gestoppt werden. Alfatradiol ist kein
hormoneller Wirkstoff und kann deshalb von Männern und Frauen
angewendet werden.
Pantovigar
N: Behandlung von diffusem Haarausfall und Haarstrukturschäden
Haarausfall hat viele
Gesichter. Ist die ganze Kopfpartie betroffen, spricht man von diffusem
Haarausfall. Die Haarzwiebel ist zwar
intakt, sie wird aber über den Blutweg nicht ausreichend
mit Nährstoffen wie Aminosäuren (z. B. Cystin) und Vitaminen
der B-Gruppe versorgt. Ursachen für diffusen Haarausfall
sind u.a. Stress, Ernährungsdefizite, schwere Infektionen
oder Stoffwechselstörungen.
Wie eine aktuelle Studie
bestätigt, versorgt Pantovigar N
die Haarwurzeln mit wichtigen Aufbaustoffen, wie schwefelhaltigen
Aminosäuren und B-Vitaminen. Schwefelhaltige Aminosäuren
sind wichtige Bausteine für den Aufbau des Haarkeratins, aus
dem der Haarschaft besteht, und die B- Vitamine fördern den
Energiestoffwechsel des wachsenden Haars. Pantovigar N zeichnet
sich aufgrund seiner natürlichen Wirkstoffe in der Studie und
auch in der Praxis durch eine sehr gute Verträglichkeit aus. Pantovigar
N ist rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.
Minoxidil
(plus Zusatzstoffe)
Minoxidil
ist mit oder ohne ergänzende Zusatzstoffe ein weiteres nachweislich
wirkendes Haarwuchsmittel. In Deutschland wird es unter dem Markennamem
Regaine seit September 2000 verschreibungs-pflichtig
in Apotheken vertrieben. Als Mittel gegen Haarausfall darf es
nur zur äußeren Anwendung verwendet werden. Es gibt
Haarwasser, die 2%-5% Minoxidil enthalten, außerdem Gels
mit bis zu 15% Minoxidil. Die Wirksamkeit nimmt mit der Dosierung
zu, in Haarwassern ist Minoxidil jedoch nur bis zu 5% Anteil löslich.
In vielen Ländern sind Haarwasser mit bis zu 2% Minoxidilgehalt
verschreibungsfrei erhältlich. Die Erfolgsrate für neuen
Haarwuchs wird mit etwa 30-40% angegeben, allerdings bildet sich
meist nur Flaumhaar neu aus. Der Wirkmechanismus im Zusammenhang
mit der Reaktivierung von Haarfollikeln ist nicht genau bekannt.
Von Dr. Proctor wird angegeben, dass Minoxidil die Neubildung
bzw. Verzweigung von Blutgefäßen im Bereich der Haarfol-likel
anregen kann. Aufgrund dieser Eigenschaft ist es die ideale Ergänzung
zu Propecia, das einen völlig anderen Wirkmechanismus (Minderung
von DHT) hat. Tatsächlich hat die kombinierte Anwendung Synergieeffekte
und ist die zur Zeit wohl häufigste und effektivste Behandlung
in den USA. Häufig enthalten die Minoxidil-Haarwasser zusätzliche
Stoffe, die als Antiandrogene wie Propecia wirken oder die Aufnahmefähigkeit
verbessern sollen (zB. Xandrox). Die Zusatzstoffe sind zumeist
von Aknemitteln bekannt. In der Einzelanwendung kann Minoxidil
vor allem die Neubildung von Vellushaar (Flaumhaar) bewirken,
kaum jedoch die Ausbildung von voll pigmentiertem und kräftigem
Terminalhaar. Hier empfiehlt sich auf alle Fälle die Einnahme
von Propecia.
Spironolacton
Die Bekämpfung
von hormonellen Einflüssen auf die Haarfollikel kann zur
äußeren Anwendung Spironolacton in Form von Haarwasser
und in Kombination mit Minoxidil angewandt werden. Spironolacton
ist ein Wirkstoff, der in Medikamenten zur Blutdrucksenkung enthalten
ist und antiandrogene Eigenschaften hat. Spironolacton wirkt als
Androgen-Rezeptor-Blocker, d.h. die Bindung von DHT an die Haarfollikel
wird verhindert.
Von einigen Anbietern werden auch Haarwasser angeboten,
die als einzigen aktiven Wirkstoff Spironolacton enthalten.
Diese
Fertigräparate sind
vergleichsweise teuer, es besteht jedoch die Möglichkeit, Spironolacton-Tabletten
in propylalkoholhaltigen Haarwassern aufzulösen.
Haarwasser
und frei verkäufliche Mittel
In vielen
Ländern (auch Deutschland) werden eine Vielzahl von Haarwassern
und Pflegeshampoos angeboten, die Verminderung von Haarausfall
oder sogar Neubildung versprechen. Häufig wird angegeben,
dass durch die enthaltenen wertvollen Vitamine und sonstigen Stoffe
eine Versorgung und Reaktivierung von Haarfollikeln bewirkt werden
kann. Die Erklärungen mögen plausibel und die Hersteller
auch seriös sein, allerdings konnte bislang kein Mittel ohne
antiandrogene Wirkung nennenswerte Erfolge nachweisen. Von der
Stiftung Warentest wurden in der Ausgabe Oktober 99 viele dieser
Mittel vorgestellt und bewertet.
Einige Produkte sind sicherlich als Zusatzmittel sinnvoll und
empfehlens-wert. Wichtig ist die Verwendung von guten, nichtparfümierten
Sham-poos, die keine Reizstoffe enthalten. Je nach Hauttyp können
Shampoos die Kopfhaut pflegen und beispielsweise fettigem Haar
und Schuppen-bildung entgegenwirken. Auch können spezielle
Vitaminpräparate für Haut und Haare sinnvoll sein, die
Stoffe wie Zink, Biotin und Vitamine des B-Komplex enthalten.
Andere
haarwuchsfördernde Mittel
Neben den
hier benannten Mitteln gegen Haarausfall gibt es noch eine Reihe
von weiteren erfolgversprechenden Präparaten. Als wichtigste
Gruppe soll auf die sogenannten SODAse verwiesen werden.
Bekannt ist, dass Asiaten mit westlichen Ernährungsgewohnheiten mehr
zu Haarausfall neigen als solche mit traditionellen. Einige natürliche
Substanzen wirken wie Finasterid und sind z.B. in Soja, grünem Tee
und bestimmten Pflanzenextrakten enthalten. Bestimmte Kombinationen von
Zink und Vitaminen des B6-Komplex können die DHT-Bildung ebenfalls
erheblich mindern.
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