|
Erste Hilfe/Therapie
Der Hausarzt muss unverzüglich jede Stichstelle untersuchen und über weitere Vorgehensweisen aufklären.
Zecken sollten in jedem Fall sofort aus der Haut entfernt werden. Da die Krankheitserreger in den Speicheldrüsen der Zecke beherbergt werden, können sie sehr rasch nach einem Stich ins Blut des Wirtes übertragen werden. Die Zecke sollte so nah wie möglich mit einer speziellen Pinzette (aus der Apotheke) erfasst und langsam unter vorsichtigem Drehen herausgezogen werden. Es ist gleichgültig, ob die Zecke nach links oder rechts herausgedreht wird. Wichtig ist, daß Sie nicht an der Zecke ziehen. Dabei würde sich die Zecke stärker im Gewebe verhaken, wodurch der Körper vom Kopf abgerissen wird. Der Kopf verbleibt dann in der Stichstelle und muß von einem Arzt entfernt werden. Das Quetschen oder Zerdrücken des Zeckenkörpers sollte unbedingt vermieden werden! Hierdurch wird die Übertragung von infektiösem Speichel und Darminhalt der Zecke auf den Wirt eher beschleunigt. Auch sollte man auf gar keinen Fall die Zecke mit Öl, Klebstoff oder Nagellack traktieren - in der Hoffnung, dass sie sich wieder von alleine löst. Aufgrund der chemischen Substanzen in diesen "Hilfsmitteln" ist es möglich, dass die Zecke sich erbricht. Da sich die FSME-Erreger in deren Speicheldrüsen befinden, kommt es dann rascher zu einer Infektion.
Eine passive Immunisierung mit FSME-spezifischen Antikörpern ist für den Fall vorgesehen, wenn es bei einer empfänglichen Person in einem Gebiet mit hoher Durchseuchung der Zecken mit FSME-Erregern bereits zu einem Zeckenstich gekommen ist und damit ein hohes Risiko einer Infektion anzunehmen ist. Das Präparat wird allerdings nur für Erwachsene, nicht für Kinder empfohlen. |
|