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Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung
(ADHS)
Definition / Allgemeines
Die Abkürzungen ADS oder ADHS stehen für Aufmerksamkeits-Defizit-
(und Hyperaktivitäts)-Störung. Nach heutiger Auffassung
ist ADHS das Resultat einer fehlerhaften Informationsverarbeitung
zwischen einzelnen Hirnabschnitten. Eine wesentliche Rolle spielt
dabei der Nerven-Botenstoff Dopamin.
Mindestens die Hälfte aller ADHS-Fälle soll genetisch
bedingt sein. Das Lebensumfeld, in dem die betroffenen Kinder
aufwachsen, kann diese Anlagen verstärken oder abschwächen;
auch Zigarettenrauchen, Stress und Alkohol während der Schwangerschaft
haben einen Einfluss auf die Krankheitsentstehung.
Ältere Bezeichnungen für das gleiche Krankheitsbild
sind unter anderem "Frühkindliche leichte Hirnschädigung" oder "Hyperkinetisches
Syndrom (HKS)". Die Störung bezieht sich keineswegs
nur auf das Kindesalter. Das Erscheinungsbild ist sehr vielgestaltig;
es reicht vom bekannten "Zappelphilipp" über brav-träumerische
Mädchen ("Traumsuse"), depressiv orientierungslose
Jugendliche bis hin zum hochbrillanten zerstreuten Professor.
Je nach Krankheitsausprägung wird die ADHS auch in verschiedene
Typen unterteilt: in den vorwiegend hyperaktiv-impulsiven Typ,
den vorwiegend unaufmerksamen Typ und den kombinierten Typ.
Die Verhaltensstörung wurde im Jahr 1845 das erste Mal
von dem Frankfurter Nervenarzt Heinrich Hoffmann in dem Buch
der "Struwwelpeter" literarisch dargestellt. Aber erst
im Jahr 1987 erhielt sie ihre heute noch gültige medizinische
Bezeichnung ADHS.
Beratungen, Verhaltens- und Psychotherapien
sowie Pharmaka kommen als Therapie in Betracht. Manchmal ist
eine Behandlung nur über
wenige Jahre, bei einigen Menschen auch lebenslang erforderlich.
Ziel ist es, ein "normales Leben" mit guten sozialen
Kontakten, einer qualifizierten Ausbildung und damit eine gute
Lebensqualität zu erreichen.
Häufigkeit
der ADHS
Etwa fünf bis sechs Prozent aller Kinder in Deutschland
seien von ADHS betroffen, schätzt die Arbeitsgemeinschaft
ADHS der Kinder- und Jugendärzte. Ähnliche Zahlen werden
auch aus anderen Ländern berichtet. Jungen sind deutlich
häufiger betroffen als Mädchen, allerdings zeigt sich
ADHS bei beiden anders: Bei Jungen steht meist die Hyperaktivität
im Vordergrund ("Zappel-Philipp"), während bei
Mädchen eher die Aufmerksamkeit gestört ist ("Träumsuse").
Es ist deshalb auch möglich, dass ADHS bei Mädchen
seltener erkannt wird. Bei bis zu zwei Drittel der Betroffenen
verschwinden die Symptome nicht, sondern bleiben bis ins Erwachsenenalter
bestehen.
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