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Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung
(ADHS)
Ursachen
der ADHS
Man nimmt
heute an, dass bei der Aufmerksamkeitsdefizitstörung im komplizierten
Zusammenwirken verschiedener Hirnabschnitte im Bereich der Schaltstellen
einzelner Hirnzellen (Synapsen) die verantwortlichen Überträgerstoffe
(Neurotransmitter) nicht optimal wirken, d.h. es handelt sich
in einem gewissen Sinn um eine Stoffwechselstörung im intrazellulären
Bereich.
Moderne Untersuchungsmethoden
(z.B. die PET = Positron-Emissions-Tomographie) des Gehirns haben
entsprechend gezeigt, dass diese Funktionsstörungen vor allem
in denjenigen Gehirnabschnitten vorkommen, die für die Aufmerksamkeit,
Konzentration und Wahrnehmung, d.h. die Aufnahme und Verarbeitung
von Informationen und Sinneseindrücken verantwortlich sind,
vorwiegend also in den sogenannten Stammganglien und im Frontalhirn.
Diese Störungen
erklären die bekannten Verhaltensstörungen im Kindesalter
und/oder unerklärlich sinkende Schulleistungen.
Sekundär kommt es so häufig zum Schulversagen (eventuell
erst im Gymnasium oder an der Universität!), zum Außenseitertum
bei den Kameraden, zur ständigen Sündenbockrolle in
der Familie, später eventuell zu dissozialem Verhalten, Suchtentwicklungen
oder gar zu kriminellen Entgleisungen.
Die vor allem
bei Knaben auffallende motorische Hyperaktivität („Zappelphilipp!")
kann mit der Zeit nachlassen, wobei dies nicht heißen muss,
dass die tiefgreifende Störung nun verschwunden ist.
Über die neurobiologische, d.h. primär organische Ursache
der ADHS besteht heute kaum mehr ein Zweifel. Ursächlich
im Vordergrund steht wahrscheinlich eine bis heute noch nicht
genau bekannte genetische Veranlagung, sind doch nicht selten
Geschwister, Eltern oder andere Verwandte ebenfalls mehr oder
weniger betroffen.
Auch eineiige Zwillinge zeigen häufig parallel gleiche Symptome
der ADHS.
Die früher
angeschuldete perinatale Hirnschädigung (Sauerstoffmangel
bei der Geburt) ist nur selten eindeutig die Ursache einer ADHS,
Nahrungsmittelallergien oder -unverträglichkeiten können
eventuell eine bestehend motorische Hyperaktivität verschlimmern,
sind aber nicht die Ursache der ADHS.
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