In der Bundesrepublik Deutschland gehören Geschwülste des Darms nach dem Brustkrebs bei Frauen und Lungen- und Prostatakrebs bei Männern zu den häufigsten, bösartigen Krebserkrankungen, die schätzungsweise jährlich 29.000 Frauen und 23.000 Männer betreffen. Das
Erkrankungsrisiko steigt mit dem Lebensalter allmählich an. Darmkrebs gehört zu denjenigen Tumoren, bei denen die Sterblichkeit in den ersten Jahrzehnten nach dem "2.Weltkrieg" stark angestiegen ist. Seit Mitte der 70-er Jahre ist in den alten Bundesländern jedoch keine weitere Zunahme zu verzeichnen. Ende der 80-er Jahre deutete sich bei Männern ein leichter Rückgang an, bei Frauen ist die Abnahme sogar deutlicher erkennbar. In den neuen Bundesländern waren die Sterblichkeitsraten für beide Geschlechter bis Anfang der 90-er Jahre durchweg niedriger, dafür zeichnet sich aber seit der Wiedervereinigung beider Länder hier ein kontinuierlicher Anstieg ab.In Japan und Afrika dagegen ist Darmkrebs seltener anzutreffen als in der westlichen Welt, man vermutet einen Zusammenhang mit den Lebens- und Eßgewohnheiten der verschiedenen Kulturen. Zahlreiche Untersuchungen ergaben eine größere Wahrscheinlichkeit, dass vor allem die ballaststoffarme, fett- und eiweißreiche Ernährung der westlichen Industrienationen eine ursächliche Bedeutung für die Entstehung von Darmkrebs hat.