| Bluthochdruck:
Ursachen/Risikofaktoren
Meist
tritt ein Bluthochdruck bei Menschen ab dem 30. Lebensjahr auf. Doch
auch die Zahl junger Patienten mit behandlungsbedürftigem Bluthochdruck nimmt immer
mehr zu. Im Allgemeinen erhöht sich der Blutdruck im Alter, weil die Gefäße
an Elastizität verlieren.
In 85 bis 90% der Fälle handelt es sich beim Bluthochdruck um eine sogenannte
essentielle Hypertonie mit unbekannter Ursache. Vermutlich wirken verschiedene
Faktoren wie erbliche Veranlagung, falsche Ernährung, Bewegungsmangel, Stress
und andere Umweltfaktoren zusammen. Als einzelne Risikofaktoren des Bluthochdrucks
gelten Übergewicht, Zuckerkrankheit, erhöhte Cholesterinwerte, Rauchen und
eine salzreiche Ernährung. Zum Thema Kochsalz gibt es in Fachkreisen allerdings
unterschiedliche Auffassungen: Nach Meinung einiger Experten wird seine Schädlichkeit
für den Blutdruck derzeit überbewertet.
10 bis 15% der Hochdruckfälle gehen auf andere Erkrankungen zurück. Diese
Formen werden als sekundärer Bluthochdruck bezeichnet. Dazu gehören in erster
Linie Erkrankungen der Nieren, die an der Blutdruckregulation wesentlich
beteiligt sind. Daneben kommen aber auch Erkrankungen der Nebennieren,
Anomalien der
Hauptschlagader (Aorta) und andere Ursachen in Frage. Ein Teil dieser
Krankheiten kann wirkungsvoll behandelt werden, in der Folge normalisiert
sich dann auch
der Bluthochdruck.
Bekannte
Ursachen eines sekundären Bluthochdruck
Nierenerkrankungen (renaler Bluthochdruck):
In insgesamt 5 bis 10% ist die Hochdruckkrankheit eine Folge
einer beidseitigen schweren Nierenerkrankung. Beispiele sind Nierenentzündungen
(Nephritis, z. B. Glomerulonephritis, Pyelonephritis) und anderen
Erkrankungen des Nierengewebes (z. B. polyzystische Nieren). Im
Gegensatz zu diesen meist kaum beeinflussbaren Erkrankungen können
Verengungen (Stenose) einer Nierenarterie, die zum Nierengefäß-bedingten
(renovaskulären) Bluthochdruck führen, meist operativ behandelt
werden.
Hormonelle und Stoffwechselerkrankungen (endokrine Hypertonie):
In weniger als 5% aller Fälle ist der Bluthochdruck auf eine möglicherweise
heilbare Erkrankung zurückzuführen. Dazu gehören in erster Linie
Erkrankungen der Hormondrüsen wie der Schilddrüse (Schilddrüsenvergrößerung),
der Nebennieren (z. B. das Cushing-Syndrom) und der Hirnanhangsdrüse
(Hypophyse). Ferner gibt es – meist gutartige und heilbare – Tumore
(Phäochromozytom), die Blutdruck-steigernde Botenstoffe (Katecholamine)
freisetzen und auf diese Weise zum Bluthochdruck führen.
Angeborene
oder erworbene Veränderungen an den großen Blutgefäßen und Herzklappen
(kardiovaskuläre Hypertonie): Hierzu zählt die Verengung der Körperschlagader
(Aortenisthmusstenose), aber auch Erkrankungen der Herzklappen wie
die Aortenklappeninsuffizienz sowie Ablagerungen in der Gefäßwand
der Aorta (Aortenatheromatose).
Sonstige Bluthochdruckformen:
Bluthochdruck kann auch mit der Einnahme der „Pille" (orale Kontrazeptiva)
oder exzessivem Alkoholkonsum zusammenhängen. Daneben kann ein erhöhter
Blutdruck auch als Schwangerschaftshochdruck in Erscheinung treten. |