Eine Vielzahl der Hochdruckkranken entwickelt eine schwere Gefäßverkalkung (Arteriosklerose). Betrifft diese die Herzkranzgefäße (Koronarien), entsteht daraus die koronare Herzkrankheit (KHK) mit der Gefahr der Brustenge (Angina pectoris) und des Herzinfarktes. Krankhafte Vergrößerungen des Herzens (Hypertrophie) und Herzschwäche (Herzinsuffizienz) werden mit dem Begriff „hypertensive Herzerkrankung" zusammengefasst. Sie können sich als zunehmende Atemnot bei körperlicher Belastung äußern.
Weitere Spätschäden sind Nierenkrankheiten, die über das Stadium der Nierenschwäche (Niereninsuffizienz) zum Nierenversagen mit der Notwendigkeit der Blutwäsche (Dialyse) und späteren Nierentransplantation führen können. Dazu kommen krankhafte Veränderungen der Netzhaut und des Augenhintergrundes (Fundus hypertonicus) mit Sehstörungen. An den Beinen können erhebliche Durchblutungsstörungen auftreten. Das Auftreten eines Raucherbeins (periphere arterielle Verschlusskrankheit, kurz PAVK) wird begünstigt.
Nach langjährigem Verlauf kann der unbehandelte Bluthochdruck durch verminderte körperliche Belastbarkeit und die Spätschäden zu erheblichen Einschränkungen der Leistungsfähigkeit führen.