Die Kehle ist wie zugeschnürt, die Luft wird knapp, die Beine drohen, den Dienst zu versagen und das Herz schlägt wie verrückt: Das ist Angst. Ständige Besorgnis, dass dem Freund oder der Familie etwas Schlimmes zustoßen könnte.
Die Befürchtung, selbst unheilbar krank zu sein und in Kürze sterben zu müssen. Oder sich nicht trauen, das Haus zu verlassen. Auch das ist Angst.Angst ist ein nützlicher Begleiter des Menschseins von Anbeginn an. Sie dient der Vermeidung gefährlicher Situationen und gibt den Anstoß zur Beseitigung gefährdender Umstände. Ohne die warnenden Gefühle der Angst hätte die Menschheit bis heute nicht überlebt. Als krankhaft übersteigerte Angst, beispielsweise vor dem Betreten eines Platzes oder Supermarkts, beschäftigt sie aber heute weltweit ein Heer von Psychiatern und Psychologen: Angsterkrankungen zählen neben Depressionen zu den häufigsten psychischen Störungen. Neuere Schätzungen gehen davon aus, dass etwa 10%-15% der Bevölkerung – Frauen häufiger als Männer – davon betroffen sind.