In Deutschland praktizieren etwa 9000 Heilpraktiker. Heilpraktiker ist kein Ausbildungsberuf. Die Ausbildung in Deutschland ist gesetzlich nicht geregelt. Es gibt private Heilpraktikerschulen, deren Anspruch und Seriosität von unterschiedlicher Natur sind. Angehende Heilpraktiker erwerben ihre Kenntnis an solchen Schulen, im Fernstudium oder in Abend- und Wochenendkursen. Die Anzahl der Unterrichtsstunden schwankt von 200 bis 5000. Kein Wunder also, dass die Qualifikation von Heilpraktiker so unterschiedlich hoch ist. Für Heilpraktiker gibt es keine Prüfungsordnung. Allerdings muss jeder Heilpraktiker beim Gesundheitsamt eine Überprüfung auf seine Kenntnisse und Fähigkeiten bestehen.
Neben vielen verantwortungsbewussten und guten Heilpraktikern gibt es leider auch viele schwarze Schafe, die man zurecht als Quacksalber bezeichnen kann. Deren Patienten bekommen unnötige oder unwirksame Behandlungsmethoden aufgezwängt und werden finanziell regelrecht „geschröpft". Doch besonders schlimm ist es, wenn aufgrund einer mangelnden medizinischen Ausbildung bestimmte Erkrankungen vom Therapeuten nicht rechtzeitig erkannt werden. Eine falsche Diagnose kann schlimme und manchmal sogar tödliche Folgen haben. Nicht immer kann man deutlich erkennen, ob der Behandler tatsächlich seriös ist und zum Wohle des Patienten handelt oder lieber nur in seine eigene Tasche wirtschaftet. Aber es gibt eine Reihe von Kennzeichen, die dem Patienten Aufschluss darüber geben, ob ein Therapeut seriös arbeitet oder nicht.