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Ausleitende Verfahren
Nach althergebrachten abendländischen Vorstellungen beruhten Krankheiten auf der falsche Zusammensetzung der Körpersäfte. Auch Hippokrates vertrat diese Ansicht und ging davon aus, dass ein kranker Körper durch Ableitung oder Ausscheidung der „üblen Säfte" gereinigt und der Mensch dadurch von Krankheit befreit wird. Ob über Mund oder Haut, Darm oder Blut - um die „üblen Säfte" aus dem Körper auszuleiten, wurden ganz unterschiedliche Techniken angewandt. Zu den bekanntesten ausleitenden Verfahren zählen wohl der sogenannte „Aderlass", das Schröpfen und die Behandlung mit Blutegeln.
Heute weiß man, dass der Effekt ausleitender Verfahren auf ganz andere Wirkungsmechanismen zurückzuführen ist. Dabei handelt es sich quasi um unspezifische Reiztherapien, bei denen äußere Hautreize auf innere Organe einwirken. Dadurch werden Organfunktionen angeregt sowie das Immunsystem stimuliert. Den Organen wird dabei Blut zugeführt und nicht – wie ursprünglich angenommen – entzogen. |
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